Äffle und Pferdle gibt es auch in 3-D-Animation – auf einer Fußgängerampel soll es die Schwabenstars aber nicht geben. Foto: dpa

Die Fans von Äffle & Pferdle werfen der Bundesregierung Ungleichbehandlung vor. Während Mainzelmännchen und Kasperle auf Ampeln dürfen, wird dies den Schwabenstars verwehrt. Volker Lang, das Pferdle, fragt nach der Absage in Berlin: „Sind Politiker farbenblind?“

Stuttgart - Wird Äffle und Pferdle endgültig verwehrt, was die Mainzelmännchen in Mainz, das Kasperle in Augsburg und Homo-Pärchen in Frankfurt, Hamburg und Wien dürfen? Auf Fußgängerampeln im Straßenverkehr wird man die Schwabenstars definitiv nicht sehen. Dies hat jetzt Steffen Bilger, Staatssekretär im Berliner Verkehrsministerium, für die Bundesregierung erklärt. Fans der Zeichentrickfilmhelden sind verärgert, dass ausgerechnet ein CDU-Politiker mit Wahlkreis im schwäbischen Ludwigsburg das Aus verkündet hat. Sie werfen den Verantwortlichen ungleiche Behandlung vor. „Solange anderswo Sonderzeichen erlaubt sind, werden die Fans weiter Druck machen“, sagte Heiko Volz, der Autor der Kultfiguren, unserer Zeitung.

Volker Lang, das Pferdle: „Des goht net in mein’ Pferdekopf“

Auch der Bund-Länder-Fachausschuss für die Straßenverkehrsordnung will keine Abweichung von der Regelung, wonach Fußgängerampeln stehende und gehende Fußgänger zeigen müssen. Dies wurde ohne Gegenstimme beschlossen. Das Land Baden-Württemberg hatte das Thema auf die Tagesordnung gebracht. „Die Entscheidung und die Argumentation sind nicht nachvollziehbar“, sagte Autor Heiko Volz, „in genügend anderen Städten stellen alternative, individuelle Ampelmotive doch bisher auch kein Sicherheitsrisiko dar.“

Staatssekretär Bilger, der die harte Haltung der Bundesregierung öffentlich erklärte, ist 1979 im oberbayerischen Schongau geboren. Demnach ist der junge CDU-Politiker nicht mit den Pausenfüllern des Südwestfernsehens aufgewachsen. Äffle und Pferdle landeten ihren Hit „Hafer- und Bananenblues“ im Jahr 1974. Volker Lang, die Stimme des Pferdle und Bruder von Armin Lang, dem Vater der Kultfiguren, kommentierte die Berliner Entscheidung so: „Des goht net in mein’ Pferdekopf.“ Es könnte sein, fuhr er fort, dass manche Politiker „farbenblind“ seien. Bei Farbenblindheit könne man nämlich nicht Rot und Grün unterscheiden. Egal, ob Kasperle und Mainzelmännchen oder Äffle und Pferde – an der Farbgebung auf Ampeln, so Lang, ändere sich auch bei Sonderzeichen nichts.

Staatssekretär Bilger: Bisherige Regelung dient Unfallverhütung

Die Bundesregierung sieht dies anders. Fantasiezeichen führten zu Irritationen bei Verkehrsteilnehmern, heißt es in der Antwort des Verkehrsministerium auf eine Anfrage von MdB Benjamin Strasser (FDP). Die geltende Regelung diene der Unfallverhütung, erklärte Staatssekretär Bilger. Autor Volz ist gespannt, was nach der Berliner Absage für Äffle & Pferdle nun mit Sonderzeichen-Ampeln in den anderen Städten passiert. Dass anderswo Abweichungen von der Norm verschwinden müssten, will er nicht. Eine Lockerung bei den Vorschriften müsse aber überall gelten, sagt Volz. Seit Ende 2016 kämpft er mit dem Fanclub für die eigene Ampel. Dieser Kampf ist zugleich die beste PR-Kampagne, um die Popularität der Schwabenstars noch weiter zu steigern.

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