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Roman Polanski ist nach 69 Tagen Haft wieder bei seiner Familie. Der Regisseur traf am Freitag in seinem Chalet im Berner Oberland ein, wo er von seiner Frau und seinen zwei Kindern erwartet wurde.

Gstaad - Roman Polanski ist nach 69 Tagen Haft wieder bei seiner Familie. Der Regisseur traf am Freitag in seinem Chalet im Berner Oberland ein, wo er von seiner Frau und seinen zwei Kindern erwartet wurde. Bis zur Entscheidung über den Auslieferungsantrag der USA steht er unter Hausarrest, der elektronisch überwacht wird. Die Justiz in Kalifornien will ihn wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen vor Gericht stellen, auch wenn diese Tat schon 32 Jahre zurückliegt.

Der 76-jährige Starregisseur traf am Freitag kurz vor 13 Uhr mit einer Polizeieskorte in Gstaad ein. In seinem Haus wurde er von seiner Familie - der französischen Schauspielerin Emmanuelle Seigner, dem neujährigen Elvis und der 16-jährigen Morgane - empfangen. Vor der Entlassung aus der Auslieferungshaft und der Überführung nach Gstaad wurden die vom Bundesgericht angeordneten Auflagen erfüllt, wie das Bundesamt für Justiz am Freitag mitteilte. Polanski überwies eine Kaution von 4,5 Millionen Franken und deponierte alle Ausweispapiere bei der Kantonspolizei Zürich.

Er war bereits am Donnerstag aus dem Gefängnis Winterthur an einen unbekannten Ort gebracht worden, unbemerkt und unbehelligt von den seit Tagen dort wartenden Fotografen und Kameraleuten. Der Entlassung aus der Auslieferungshaft liegt ein Beschluss des Bundesstrafgerichts vom 24. November zugrunde. Es stimmte im zweiten Anlauf der Verlegung Polanskis in einen elektronisch überwachten Hausarrest zu.

Polanski hat sich mit den Auflagen einverstanden erklärt und sich verpflichtet, sein Grundstück und damit Haus und Garten in Gstaad zu keiner Zeit zu verlassen. Auf diesem Grundstück kann Polanski aber seinen Tagesablauf völlig frei gestalten, dort arbeiten und ohne Einschränkungen Besucher empfangen oder sie bei sich im Haus wohnen lassen. Eine Sicherheitsfirma, die unter anderem auf Systeme zur Videoüberwachung spezialisiert ist, hat im Chalet "Milky Way" das Electronic Monitoring installiert, um eine permanente elektronische Überwachung Polanskis sicherzustellen. Sollte Polanski sein Haus verlassen oder seine elektronische Fessel entfernen, wird Alarm ausgelöst. Missachtet Polanski seine Verpflichtungen, verfällt die Kaution an die Schweiz.

Der Regisseur von Filmen wie "Rosemary's Baby", "Chinatown" und "The Pianist" wurde am 26. September aufgrund eines US-Haftbefehls bei der Einreise in die Schweiz auf dem Flughafen Zürich-Kloten festgenommen. Die Behörden in Los Angeles wollen Polanski nach 31 Jahren Flucht vor Gericht stellen, weil er 1977 ein damals 13-jähriges Mädchen sexuell missbraucht haben soll. Die USA haben am 21. Oktober ein formelles Auslieferungsgesuch für Polanski eingereicht. Er muss bei einem Schuldspruch mit einer Höchststrafe von zwei Jahren Freiheitsentzug rechnen.

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