Mysteriöse Todesfälle in Ägypten Thomas Cook quartiert Hotelgäste in Hurghada um

Von red/dpa 

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook muss Gäste in Ägypten ausquartieren. Foto: dpa
Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook muss Gäste in Ägypten ausquartieren. Foto: dpa

Der mysteriöse Tod eines britischen Ehepaars in einem ägyptischen Luxushotel gibt Rätsel auf. Der Mann und die Frau starben kurz nacheinander durch ungeklärte Ursachen. Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat vorsichtshalber Konsequenzen gezogen.

London/Hurghada - Nach zwei mysteriösen Todesfällen in einem Hotel im ägyptischen Badeort Hurghada hat der britische Reiseveranstalter Thomas Cook alle seine Gäste von dort ausquartiert. Das bestätigte das Unternehmen am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Sicherheit ist immer unsere höchste Priorität, deswegen haben wir die Entscheidung getroffen, als Vorsichtsmaßnahme alle unsere Kunden von diesem Hotel wegzubringen“, hieß es.

Zuvor war bekannt geworden, dass ein britisches Ehepaar während seines Aufenthalts in dem Hotel in Hurghada gestorben war. „Die Todesumstände sind noch unklar. Uns haben auch weitere Berichte von einem erhöhten Niveau an Krankheitsfällen unter den Gästen erreicht“, so der Reiseveranstalter. „Wir arbeiten weiterhin eng mit dem Hotel zusammen und unterstützen die Behörden bei ihren Ermittlungen.“

Thomas-Cook-Kunden in dem Hotel würden nun entweder anderweitig untergebracht oder hätten die Option, nach Hause zu fliegen. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin wurde auch eine zweistellige Zahl deutscher Gäste in andere Hotels in Hurghada umquartiert.

Thomas Cook und Tui verstärken ihre Präsenz

Die Sprecherin des betroffenen Steigenberger Aqua Magic Hotels, Salli Chattab, sagte der Deutschen Presse-Agentur, bei der Ausquartierung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Es gebe bislang keinen Beweis für einen unnatürlichen Tod des britischen Ehepaars. In dem Hotel sind mehrere Hundert Urlauber untergebracht.

Der Generaldirektor des Hotels, Dieter Geiger, hatte bereits am Dienstag an Reiseunternehmen geschrieben, zu einer „angebliche gehäuften Zahl von Krankheiten im Hotel“ gebe es keine Indizien. Ein deutscher Tourist berichtete hingegen, er, sein Sohn und weitere Gäste seien an Durchfall erkrankt. Allerdings trat die Erkrankung bei ihm erst am Mittwoch und damit einen Tag nach dem Tod der Briten auf.

Der deutsche Reiseveranstalter Tui teilte mit, man habe die Präsenz in dem betroffenen Hotel erhöht, um für mögliche Fragen zur Verfügung zu stehen. Wenn ein Gast umziehen wolle, kümmere sich die Reiseleitung umgehend. Sowohl Thomas Cook als auch Tui betonten, das Hotel sei vor Kurzem erst erfolgreich von Experten getestet worden.

Ursache der Todesfälle ist noch unklar

Die Tochter des verstorbenen Paares, die zeitgleich in dem Hotel Urlaub machte, berichtete einem lokalen englischen Radiosender, ihre Eltern seien „fit und gesund“ gewesen. „Dad ist nie ins Krankenhaus gekommen, er starb im Hotelzimmer vor meinen Augen. Ich bin mit Mum in einem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren, wo sie verstarb“, sagte Kelly Ormerod dem lokalen Radiosender 2BR am Freitag. Nun werde eine Obduktion durchgeführt.

Hurghadas Gouverneur, Ahmed Abdallah, widersprach der Londoner „Times“ zufolge dieser Darstellung. Der Verstorbene, dessen Alter britische Medien mit 69 angaben, habe „eindeutig einen Herzinfarkt erlitten“, sagte er. Er habe „viele gesundheitliche Probleme“ gehabt, entsprechende Medikamente seien in dem Hotelzimmer gefunden worden.

Vermutungen, die Todesursache könne mit einer defekten Klimaanlage oder mit dem Hotelessen zusammenhängen, schloss Abdallah weitgehend aus. Sonst hätten andere Gäste betroffen sein müssen. Thomas Cook erklärte, es gebe keine Hinweise, die Spekulationen stützten, das Ehepaar sei an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Nach Angaben der Provinzverwaltung soll es eine Obduktion geben.

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