Sonja und Matthias Diebold mit ihren Kindern Elisa, Konrad (Mitte) und dem kleinen Richard. Foto: Heike Allmendinger

Auf dem Weg in die Göppinger Klinik hat Sonja Diebold aus Bad Ditzenbach ihr drittes Kind auf die Welt gebracht. In welchem Ort ihr kleiner Sohn geboren wurde, war zunächst unklar.

Am 19. März um 21.20 Uhr platzte die Fruchtblase der hochschwangeren Sonja Diebold aus Bad Ditzenbach. Ihr Mann Matthias Diebold wusste genau, was zu tun ist: sofort einen Krankenwagen rufen. Denn schon die ersten beiden Kinder des Ehepaars hatten es eilig und wollten schnell auf die Welt kommen. Das würde bei Kind Nummer drei sicherlich nicht anders werden – diese Vorahnung des Bad Ditzenbacher Paars sollte sich bewahrheiten.​

 

Doch so recht glauben wollte das zunächst niemand. „Ich fragte den Sanitäter, ob mein Mann im Rettungswagen mitfahren kann. Denn ich wusste, dass es schnell geht“, erzählt Sonja Diebold. Doch dieser Wunsch wurde abgelehnt – auch, weil der Wagen mit zwei Sanitätern und einer Praktikantin schon relativ voll war. Die Fahrt ging los. Matthias Diebold fuhr in seinem Auto hinterher.

Geburt zwischen Auendorf und Gammelshausen

In Auendorf war für Sonja Diebold klar: Jetzt dauert es wirklich nicht mehr lange. „Bei der dritten Geburt weiß man das einfach“, erklärt die 38-Jährige. Auf der Liege im Rettungswagen ging es die Steige Richtung Gammelshausen hinab. „Die Liege hat geschaukelt und ich war in den Presswehen. Wir sind weitergefahren, bis ich gesagt habe, dass jetzt der Kopf da ist“, erinnert sich Sonja Diebold. Der Fahrer hielt sofort an – und das Baby erblickte um 21.48 Uhr im Rettungswagen auf der Straße zwischen Auendorf und Gammelshausen (in etwa auf Höhe der Landesstraße, die von Gruibingen herführt) das Licht der Welt.​

Als der Wagen parkte, war Matthias Diebold gleich klar, dass das Kind da ist: „Als ich reinkam, hatte meine Frau das Baby schon auf dem Arm.“ Ein paar Minuten später kam ein Notarzt hinzu. Die Mutter und der kleine Richard waren wohlauf. Die Nabelschnur durfte Matthias Diebold durchtrennen. Dann ging die Fahrt zum Alb-Fils-Klinikum nach Göppingen weiter.

Noch drei Tage zur Nachversorgung in der Klinik

„Das Team des Rettungswagens war sehr nett. Alle wirkten souverän“, betonten Sonja und Matthias unisono. In der Klinik wurde die 38-Jährige auf der Liege mit dem Baby im Arm am Wartebereich vorbei direkt in den Kreißsaal gefahren. Dort reagierte die Ärztin entspannt, ergänzt Sonja Diebold. Augenzwinkernd habe sie gesagt, dass es nicht die gängige Methode sei, das Kind im Rettungswagen zu gebären. „Und ich wurde gefragt, warum ich nicht früher den Krankenwagen gerufen habe.“​

Doch der Tag sei bis zum Blasensprung ganz normal verlaufen; es habe keine Anzeichen gegeben: „Ich war noch einkaufen, habe mit meinem Sohn genäht, abends die Kinder ins Bett gebracht, aufgeräumt – und dann ging es los“, beschreibt Sonja Diebold. Ihr Mann ergänzt: „Es wäre besser gewesen, wenn der Rettungswagen zu Hause auf dem Hof stehen geblieben wäre und man einen Notarzt gerufen hätte. Aber hinterher ist man immer schlauer, und es ist ja alles gut gegangen.“ Vorwürfe wollen die Eheleute niemandem machen. In der Klinik blieb Sonja mit Richard, der bei der Geburt 3275 Gramm wog und 47 Zentimeter groß war, noch drei Tage zur Nachversorgung.

Geburtsort Auendorf, Gammelshausen oder Gruibingen?

Unterdessen war längere Zeit unklar, in welchem Ort das Baby eigentlich geboren wurde: in Auendorf, Gammelshausen oder sogar in Gruibingen? So recht sagen konnte das zunächst keiner. „Die Geburtsurkunde zu bekommen, war wirklich anstrengend. Man wollte von uns das genaue Flurstück wissen“, sagt Matthias Diebold. „Es gibt ein Geoportal, auf dem man nachschauen kann, aber eindeutig rausgekriegt habe ich den Ort nicht.“ Licht ins Dunkel konnte schließlich der Dienstleiter der Johanniter-Rettungswache in Reichenbach im Täle bringen, die den Krankenwagen geschickt hatte: Demnach ist der Geburtsort Gammelshausen.​​

Alle Diebold-Kinder sind von der schnellen Sorte

Rekord
 Die Diebolds sind überglücklich, dass der kleine Richard putzmunter ist. Seine Geburt dauerte gerade einmal 28 Minuten. Damit hat er den Rekord unter den Diebold-Kindern geknackt, die allesamt von der schnellen Sorte sind. ​

Geburten
Der älteste Sohn, der heute fünfjährige Konrad, war eineinhalb Stunden nach der ersten Wehe da, die drei Jahre alte Tochter Elisa nach 40 Minuten. „Bei Konrad haben wir noch keinen Rettungswagen gebraucht“, sagt Mutter Sonja Diebold und schmunzelt. Anders war es bei Tochter Elisa: Sie war nur wenige Minuten, nachdem der Krankenwagen die Mutter in die Göppinger Klinik gebracht hatte, auf die Welt gekommen, erzählt das Paar rückblickend.