Der Göppinger Siovo, hier auf Stippvisite in der Heimat im August vergangenen Jahres. Die Texte für sein erstes offizielles Album hat er komplett selbst geschrieben. Foto: Giacinto Carlucci

„Für immer: Babyboy“ heißt das Debütalbum des gebürtigen Göppingers Siovo. Bald geht er, der zu den erfolgreichsten queeren Musikern der Republik gehört, auf große Tour.

„Ich kehre mein Innerstes, meine Kunst, komplett nach außen. Das bin zu 100 Prozent ich.“ Wenn Siovo über sein erstes offizielles Album spricht, ist seine Vorfreude spürbar. Monatelang hat der gebürtige Göppinger und Wahl-Berliner an diesem Projekt gearbeitet, „ich habe mich regelrecht verbarrikadiert“, sagt er und lacht. Die Texte stammen ausschließlich von ihm, zusammen mit einem Produzenten ist das Album mit dem Titel „Für immer: Babyboy“ entstanden. Die deutschsprachigen Pop-Songs handeln von Party und Freiheit, kreisen aber auch um das Älterwerden und eine andere Sicht auf die Liebe und Bindungen. „Ich habe quasi das nächste Kapitel aufgeschlagen“, erklärt der 24-Jährige. Eine Seite in seiner Geschichte, die er viel schneller erreicht habe als gedacht: „Die Zeit geht in Berlin wahnsinnig schnell rum.“

 

Ende März erscheint Siovos Debütalbum

Nach vielen Stunden, Wochen und Monaten im Studio ist es bald so weit: Am 27. März 2026 erscheint sein Debütalbum mit insgesamt zwölf Songs, mehrere Singles daraus sind bereits veröffentlicht worden. Ende März wird Siovo auch auf große Tour durch Deutschland und Österreich gehen. Es wird keine Clubtour wie beim letzten Mal, Siovo will Hallen wie das Wizemann in Stuttgart (28. März) füllen. Weitere Stationen sind Köln, Hamburg, Leipzig, Wien, München, Frankfurt am Main und Berlin. „Das wird ein Riesending“, ist sich der Künstler sicher. Die Tage sind voll, es wird geprobt und geplant. „Nebenbei“ versorgt er seine Community auf den sozialen Medien mit Content. „Das ist eine spannende und intensive Zeit. Es wird sehr busy, aber richtig cool.“

Frei von den Erwartungen der Gesellschaft

Wenn Siovo über seine Arbeit als Musiker spricht, über den Kontakt zu den Fans oder die Zeit im Studio, schwingt Demut und Dankbarkeit mit. Er darf das tun, wofür er brennt. Er hat sich gelöst von dem Gedanken, dass bei einer Show alles perfekt sein muss. Und er hat sich freigemacht von der Erwartung der Gesellschaft, wie ein Mann zu sein hat. „Babyboy“, der sehr bewusst gewählte Titel des Albums, soll genau diese Befreiung ausdrücken. Kinder und Jugendliche, aber auch Männer, die so tief fühlen, werden oft nicht akzeptiert und als „weinerlich“ dargestellt. „Ich habe mich im Laufe der Jahre davon distanziert und dieses tiefe Fühlen und diese Empathie als Stärke erkannt. Ich verbiege mich nicht mehr“, sagt der 24-Jährige selbstbewusst. Die Musik sei dabei sein Ventil, um diese Gefühle nach außen zu tragen. „Ich wachse auf den Songs weniger in mein Alter hinein, sondern eher tiefer in meine Gefühle. Ich liebe viel und intensiv – fast schon hedonistisch. Diese Hingabe ist eng mit meiner Queerness und meiner Ablehnung von Geschlechterstereotypen verbunden“, erklärt der Singer-Songwriter, der mit 15 sein schwules Coming-out hatte und einige Zeit brauchte, um seinen Platz zu finden.

Inspiration durch kreative Menschen in der Hauptstadt

Siovo, der mit bürgerlichem Vornamen Simon heißt und den Nachnamen lieber für sich behält, wirkt reif für seine 24 Jahre. 2022 zog er von der Provinz nach Berlin, hier kann er so sein, wie er ist, sagt der queere Künstler. Diese Freiheit und die Zusammenarbeit mit vielseitigen und kreativen Menschen in der Hauptstadt inspirieren ihn. Der gebürtige Göppinger stand schon als Kind auf der Bühne, unter anderem für das Disney-Musical „Tarzan“. ​

Nach dem amerikanischen Schulabschluss in Musik und Gesang unterschrieb er 2023 seinen ersten Plattenvertrag bei Sony Music Deutschland, über die im vergangenen Jahr seine Debüt-EP „Kauft dem Jungen Blumen“ erschien und ihn zum Dauergast im deutschen Radio machte. Daraufhin folgten erste Festivalauftritte. Und nun steht die erste große Hallenkonzert-Tour bevor. Alles wird größer, eigenständiger, professioneller. Ein Meilenstein: „Ich habe das noch nie gemacht. Es bedeutet mir wahnsinnig viel“, betont der junge Künstler aus Göppingen.​

Ein erfolgreicher queerer Musiker

Künstler
Mit mehr als 15 Millionen Spotify-Streams gilt Siovo als einer der erfolgreichsten queeren Musiker Deutschlands. „Eingängige Melodien, fusioniert in einer Welt zwischen elektronischem Hochglanz-Pop und analogen Indie-Sounds, sowie mitreißende Performances und stilvoll inszenierte Szenen sind Stichworte, die einem bei Siovos Bühnenshows durch den Kopf rasen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Nicht zuletzt wegen seiner Liebe zu Fashion und Kunst sowie seinem unverwechselbaren Style wird er als „eine der heißesten Deutsch-Pop-Hoffnungen“ gehandelt.

Tickets
Karten für die Tour durch Deutschland und Österreich gibt es bei Eventim und unter siovo.de​