Veit von Einem ist selbst Schlagzeuger und leitet die Musikschule in Maichingen. Foto: Jenny Schwartz

Im Drumlab hat schon so mancher Profimusiker seine Karriere begonnen. Und die Nachfrage, ein Instrument zu lernen, ist ungebrochen hoch.

Welches Instrument ist der Motor einer Band? Nein, nicht die Gitarre. Auch nicht das Keyboard und auch nicht das Saxofon. Es ist das Schlagzeug. Das sagt zumindest Veit von Einem. Und der muss es wissen: Schließlich ist er seit 2008 Leiter des Maichinger Standorts von „Drumlab“, einer Schlagzeug- und Musikschule, in der schon so mancher Profi-Musiker seine Karriere begonnen hat.

 

Von außen betrachtet sieht die Musikschule aus, wie ein ganz normales Haus. Obwohl es hier werktags auch mal ziemlich laut zugehen kann, dringt nur wenig Lärm nach außen. Dafür hat Veit von Einem gesorgt. Durch doppelte Türen und Fenster, zum Teil sogar durch zusätzlich eingezogene Wände.

Die Schule ist mit modernster Technik ausgestattet

Wer die Musikschule betritt, merkt sofort, wie viel Herzblut in „Drumlab“ steckt. Die Musikschule ist mit der modernsten Technik ausgestattet. In jedem Raum stehen hochwertige Instrumente, an denen die Schüler üben können. Im Warteraum befindet sich ein Fernsehbildschirm, der Probeaufnahmen der Musikschüler zeigt. „Da sind natürlich nur diejenigen zu sehen, die damit einverstanden sind“, sagt Veit von Einem. „Aber wir dachten, dass es ganz schön ist, auch mal zu sehen, was andere Schüler hier so machen.“

Junge Musiker sammeln Bühnenerfahrung. Foto: privat

Die Hauptstelle von Drumlab liegt eigentlich in Freudenstadt, wo die Schule 1990 von Christopher Schlumberger gegründet wurde. „Wir kannten uns schon lange vorher“, erklärt Veit von Einem. „Als ich auch eine Musikschule aufmachen wollte, haben wir uns gedacht, dass wir als Partner mehr erreichen können.“ Ein guter Gedanke. Schon im ersten Jahr zog Drumlab in Maichingen um die 100 Schüler an. Mittlerweile gibt es neben Freudenstadt und Maichingen auch noch Drumlab-Schulen in Nagold, Rottenburg, Stuttgart-Vaihingen und Schorndorf. Die Schulleiter sind alle miteinander befreundet. „Das ist bei uns nicht wie bei McDonald’s-Filialen“, sagt Veit von Einem. „Wir sind immer im Austausch und wollen nie stehenbleiben.“

40 Prozent der Schüler ist bereits erwachsen

Der Fokus von Drumlab liegt natürlich auf dem Schlagzeug. In der Schule werden aber auch Gesang, Klavier, E-Gitarre, Gitarre und Bass unterrichtet. Interessant ist, dass der Altersdurchschnitt bei Drumlab relativ hoch liegt. „40 Prozent unserer Schüler sind Erwachsene“, verrät Veit von Einem.

Dass man als Erwachsener nur schwer ein neues Instrument lernt, kann der 52-Jährige nicht bestätigen. „Das Lernen an sich dauert vielleicht länger als bei Kindern“, räumt er ein. „Aber dafür haben Erwachsene mehr Lebenserfahrung, das gleicht es dann irgendwie wieder aus.“

Unter dem Dach des Drumlab wird auch gesungen. Foto: privat

Durch die teilweise hohen Altersunterschiede entstehen auch bei Auftritten lustige Konstellationen. Einmal im Jahr organisiert Veit von Einem nämlich ein großes Jahreskonzert im Jugendhaus-Süd. Die Schüler werden in Bands eingeteilt und dürfen nicht nur zeigen, was sie können, sondern richtige Konzert-Atmosphäre schnuppern. Mit Licht, Tontechnik und bis zu 300 Zuschauern. „Und da kann es dann schon mal vorkommen, dass der Sänger 35 und der Bassist zehn Jahre alt ist“, sagt Veit von Einem. „Wichtig ist, dass es vom Können her harmonisiert.“

Wer lieber klassische Musik machen möchte, ist bei Drumlab also eher an der falschen Adresse. „Wir zielen schon eher darauf ab, unsere Schüler zu Bandmusikern zu machen“, erklärt Veit von Einem. Auch die 15 Lehrkräfte in Maichingen spielen allesamt in Bands. „Mir ist es wichtig, dass unsere Lehrer wissen, wovon sie reden.“

Das Musikstudium konkurriert mit BWL

Einige Lehrkräfte sind übrigens ehemalige Schüler von Veit von Einem, was den Maichinger sehr freut. Heutzutage gehen nämlich immer weniger Leute den Weg, professionelle Musiker zu werden. Woran das liegt, weiß der Schlagzeuger selbst nicht. Vielleicht sei man mittlerweile einfach weniger risikofreudig als noch vor ein paar Jahren. „Ich merke schon, dass viele Schüler, die richtig Talent haben, irgendwann aufhören, um BWL zu studieren“, gibt er zu.

Über zu wenig Schüler kann sich Drumlab aber nicht beklagen. Aktuell sind es etwa 220. „Zu den Spitzenzeiten waren es auch schon mal 260 Schüler“, sagt Veit von Einem. „Nur während Corona sind die Zahlen ziemlich eingebrochen.“ Dabei hatte der Schlagzeug- und Percussionlehrer auch während der Pandemie alles versucht, den Unterricht am Laufen zu halten. „Ich habe das ganze Equipment besorgt, das man für Online-Unterricht braucht“, erklärt er. „Mittlerweile ist die Nachfrage nach Online-Kursen aber nicht mehr so hoch.“

Dass die Begeisterung fürs Musikmachen bei den jungen Menschen wieder gestiegen ist, sei aber nicht nur dem Ende der Pandemie zuzuschreiben. Auch die aktuelle Musik spielt da eine große Rolle. „Vor ein paar Jahren war Elektromusik hoch im Kurs, und das kann man als Anfänger schlecht nachmachen“, erklärt Veit von Einem. Wenn man dagegen die 70er- bis 90er-Jahre vergleiche: „Da gab es sehr komplizierte Gitarren- und Schlagzeugsoli, und plötzlich wollten alle Gitarre oder Schlagzeug lernen.“

Drumlab

Zur Person
Veit von Einem hat schon mit zwölf Jahren angefangen, Schlagzeug zu spielen. Er hat eine professionelle Ausbildung an verschiedenen Privatschulen und Musikhochschulen absolviert und ist aktuell auch in verschiedenen Bands als Drummer tätig.

Kurse
Drumlab bietet eine Probezeit von ein bis drei Monaten, bindet die Schüler aber nicht an langfristige Verträge. „Wir wollen Leute, die Bock haben, Musik zu machen“, sagt Veit von Einem. Zudem kann man kostenlose Schnupperstunden buchen.