Peter Döser entwirft am großen Flügel Harmonien und Akkorde für seine Werke. Foto: Simon Granville

Den Kirchenmusiker Peter Döser aus Kornwestheim kennen viele als Organisten und als Leiter verschiedener Chöre. Ein weiteres seiner Talente ist dagegen eher unbekannt.

So stellt man sich das Studio eines Profimusikers vor: Am Rande des Wohnparks Neckarstraße im Osten Kornwestheims hat sich Peter Döser im Obergeschoss seines Hauses seinen Musikraum eingerichtet, mit einem Flügel, einem Klavier und einem Synthesizer, der an einen Computer angeschlossen ist. Hier ist die Komposition „Missa Salutaris“ entstanden, die im Oktober in der katholischen Kirche St. Martinus ihre Welt-Uraufführung erleben wird. „Es wird sicher meine letzte Komposition für Chor, Orchester und Solisten“, kündigt der Kornwestheimer Musiker an.

 

In eineinhalb Jahren will er seine Tätigkeit in der katholischen Kirche beenden und in den Ruhestand gehen – nach dann fast 40 Jahren. Dann werde er keine großen Chöre und Orchester mehr dirigieren. „Es ist mir wichtig, dass meine Kompositionen nicht in der Schublade verstauben, sondern aufgeführt werden“, sagt er.

Kompositionen werden von renommiertem Verlag veröffentlicht

Als erstes entwirft der 64-Jährige am großen Flügel die Harmonien und Akkorde seiner neuen Stücke. Damit er seine Klangvorstellungen umsetzen kann, geht danach der Weg zum Synthesizer, der Orchesterstimmen authentisch wiedergeben kann. Die Musiksoftware sorgt dafür, dass die Klänge in Notenschrift umgesetzt auf dem Monitor sichtbar werden. Als Text wollte der Komponist die Worte der katholischen Messliturgie vertonen. „Darin habe ich meine Ideen für die Melodien umgesetzt“, sagt er. Für die südamerikanischen Elemente, die Peter Döser in seinem Werk einbauen wollte, sorgt die markante Schlagzeugbegleitung.

Inzwischen werden Dösers Werke auch im renommierten Stretta-Verlag aus Bayern verlegt. Dabei kommt dem Kornwestheimer Komponisten zugute, dass dank seiner Software Kompositionen gleich als Dateien an den Verlag übermittelt werden.

Arbeit für Kirchenmusiker wächst zukünftig

Zusätzlich zu seiner kirchenmusikalischen Arbeit in Kornwestheim teilt sich Döser die Tätigkeit als Dekanatskirchenmusiker für das Dekanat Ludwigsburg mit seinem Bietigheimer Kollegen Jürgen Benkö. Döser ist dabei für den südlichen Bereich des Dekanats mit einem Teil Ludwigsburgs zuständig, für den anderen Teil Ludwigsburgs und den nördlichen Kreis hat Jürgen Benkö den Hut auf.

Neben Fortbildungen und kollegialen Treffen haupt- und nebenamtlicher Kirchenmusiker führen die beiden Statistiken. „Seit Corona sind ein Drittel der Chöre stark ausgedünnt“, hat Döser beobachtet. In Ludwigsburg gibt es jedoch zwei Ausnahmen: Die Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchöre der Dreifaltigkeitskirche am Marktplatz „boomen“, genauso die der kroatischen Gemeinde.

Benkö und Döser geben auch Orgelunterricht für die zukünftigen nebenamtlichen Kirchenmusiker, die bald immer wichtiger werden. In absehbarer Zukunft werden 1000 Gemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu 80 Seelsorgeeinheiten zusammengefasst, erinnert Döser. Im Moment sind es noch 273. Die Pfarrer und die ihnen zugeordneten Kirchenmusiker werden also immer mehr Kirchen betreuen müssen.

Döser hat einen jungen, hochbegabten Orgelschüler aus Markgröningen, den er sich sehr gut als zukünftigen Profikollegen vorstellen kann. Dass ein anderer seiner Klavier- oder Orgelschüler später nebenamtlicher Organist wird, glaubt der Kirchenmusiker nicht.

Für den „Missa-Salutaris-Projektchor“ sucht der Komponist noch geübte Männerstimmen. Die nächste Probe ist am Samstag, 24. Januar, von 14.30 bis 16.30 Uhr. Infos dazu gibt es bei Peter Döser unter der Telefonnummer 07154/18 25 08.