Antonia Bott, Birgit Pläcking und Zorana Memedovic (v. links) Foto: LG/Oliver Willikonsky

Auf den Mund gefallen sind sie definitiv nicht. Lustig sind sie auch und machen dabei auch noch gute Musik. Eine Schulleiterin aus Remseck ist Mitglied im Trio Vocal Deluxe und hat dabei mächtig viel Spaß.

Remseck - Die Tür fliegt auf, und mit einem Wumms ist es vorbei mit der Ruhe. Wenn die 47 Jahre alte Zorana Memedovic den Raum betritt, dann ist mächtig was los. Das wissen auch die 53 Jahre alte Birgit Pläcking und Antonia Bott (48) vom Frauentrio Vocal Deluxe. „Wenn Zorana kommt, dann hört man das“, sagen die beiden Musikerinnen und lachen. Einen Termin mit den drei Damen zu haben, das ist gewissermaßen wie Kaffee und Sekt auf einmal, nämlich Adrenalin und Spaß pur. Seit fünf Jahren musizieren sie zu dritt und treten mehrmals im Jahr auf - am Freitag, 15. Dezember, tun sie das im Glasperlenspiel in Asperg. Es gibt noch Restkarten an der Abendkasse.

Die Geigerin tourt mit Nigel Kennedy und Andrea Berg

Alle drei singen und spielen Klavier, Gordana Memedovic dazu noch Geige, Birgit Pläcking Querflöte, Antonia Bott schrubbt den Kontrabass. Wenn sie von ihren Proben und Auftritten erzählen, merkt man sofort, der Spaß steht im Vordergrund. „Wir arbeiten alle den ganzen Tag, und wenn wir uns zur Probe treffen, ist das wie Wellness für uns, wir brauchen das einfach“, sagen die drei studierten Musikerinnen. Antonia Bott führt als Schulleiterin das Lise-Meitner-Gymnasium in Remseck, Birgit Pläcking ist Gymnasiallehrerin in Sindelfingen und betreibt eine Künstleragentur. Und Zorana Memedovic tourt, wenn sie nicht gerade in Stuttgart Geigenunterricht gibt, mit Stars wie Andrea Berg, Nigel Kennedy und Phil Collins um die Welt.

Ihre Schüler wüssten das wahrscheinlich gar nicht so genau, dass sie in dieser Gruppe Musik mache, sagt die Schulleiterin Bott. „Ich trenne Beruf und Hobby ganz strikt, ich spreche deshalb auch nicht mit ihnen darüber.“ Und im Grunde sei es ja auch völlig egal, was sie mit ihrer Freizeit anstelle. Andere spielten Golf, sie mache eben Musik – und ihr Hobby sei etwas geräuschvoller als Abschlagen und Putten.

Wechseljahre sind kein Thema auf der Bühne

Bei ihrem Repertoire lassen sich die drei nicht auf eine bestimmte Richtung festlegen. Klar geht es in ihren gesprochenen Texten und Liedern auch um Liebe und Leidenschaft, um Männer und Frauen, um Autos und Diäten und seit neuestem auch so ein klitzekleines bisschen um Politik. Gern genommene Themen wie Hormonschübe oder Wechseljahre würden allerdings konsequent ausgeblendet. „Entweder man hat das, oder man hat es nicht – aber auf unserer Bühne haben solche Themen nix verloren“, sagt Antonia Bott. Lieber singen sie von der Qual der Frau über zu enge Klamotten oder über scharfe Peperoni. Und überhaupt spielen sie dazwischen auch Lieder, die von anderen Künstlern stammen. „Afrika“ von Toto zum Beispiel, oder „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ vom Operettenkönig Franz Lehár. Auch Songs aus dem Rock-, Pop- oder Countrybereich sind dabei – oder Zorana Memedovic fegt mit einem serbischen Geigenstück das Publikum von den Plätzen.

Kein Zickenkrieg

Doch auch wenn bei einer solchen Zusammensetzung – Hilfe, drei Frauen! – ein ganz bestimmtes Klischee geradezu danach schreit, bedient zu werden: Zickenalarm herrscht bei ihnen nur selten. „Wenn etwas nicht passt, wird das offen angesprochen und geklärt“, betont Antonia Bott. Sie seien schließlich kein Zickenverein, sondern wollten gemeinsam etwas erarbeiten und das Programm möglichst so auf die Bühne bringen, dass nicht nur sie selbst, sondern auch die Zuhörer Spaß dabei haben. Vergleiche etwa mit den US-amerikanischen Frauenbands Andrew Sisters oder Pointer Sisters schmeicheln ihnen zwar; anders sein möchten sie trotzdem. „Wir haben unseren ganz eigenen Stil und sind ein Unikat“, betonen sie.

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