Foto: Leif Piechowski

 „Die Stuttgarter Szene lebt von uns“, „Stuttgart braucht jungen Jazz“ – derartige Transparente begleiteten die Verleihung des Landesjazzpreises 2013 am Dienstagabend im Theaterhaus Stuttgart.

Stuttgart - „Die Stuttgarter Szene lebt von uns“, „Stuttgart braucht jungen Jazz“ – derartige Transparente begleiteten die Verleihung des Landesjazzpreises 2013 am Dienstagabend im Theaterhaus Stuttgart. Protest gegen die drohende Verlagerung des Studiengangs Jazz der Musikhochschule Stuttgart nach Mannheim. Etwa 40 Studierende waren vor Ort. Ihre Instrumente aber spielten sie nicht, und ihre Münder hatten sie mit schwarzen Bändern beklebt. Ein schweigender Protest. Worte fand Theaterhauschef Werner Schretzmeier. Mit der Ernennung von Jürgen Walter, vormals selbst Jazz-Veranstalter im Ludwigsburger Club Scala, zum Kunststaatssekretär im Jahre 2011, habe er sich viele positive Impulse für den Jazz erhofft. Und jetzt sehe er eine verfahrene Situation, die „mit vielen Emotionen“ besetzt sei. Gleichwohl begrüßte er die Anwesenheit Walters („es wäre ein Leichtes gewesen, sich vor dieser Situation zu drücken.

Walter selbst verteidigte sein Vorhaben mit den Worten: „Mit der Verlegung ist der Jazz die einzige Sparte, in der nichts gestrichen werden muss. Keineswegs wird der Jazz vom Pop dort einfach eingesackt.“ In der ¬Sache selbst signalisierte er am Dienstagabend Gesprächsbereitschaft. Bernd Konrad, Gründer und langjähriger Leiter des Studiengangs Jazz: „Jazzstudium ist ohne das Belegen von Klassikfächern nicht machbar“. Und der diesjährige Landesjazzpreisträger Sandi Kuhn relativierte einen anderen Vorschlag des Staatssekretärs: „Jazzer können es sich nicht leisten, von Mannheim nach Stuttgart zu fahren, um dort aufzutreten. Dazu sind die Gagen viel zu niedrig.“

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