Aussehen, Gesten, Mimik und natürlich die Stimme: Auf der Goldgelb-Bühne wird Valentin L. Findling zu Freddie Mercury. Das Publikum in Aichwald ist begeistert. Foto: Ines Rudel

Das Goldgelb-Festival in Aichwald-Krummhardt (Kreis Esslingen) lockt auch diesmal wieder Tausende aus Nah und Fern auf das von Sonnenblumen umrahmte Feld. Höhepunkt war bislang der ausverkaufte Samstag mit der Tribute-Band „The Music of Queen“.

Wie sie ein Festival wahrnähmen, das hänge oft von der eigenen Verfassung ab, sagt Valentin L. Findling. Heute sei er entspannt, sagt der 29-Jährige lächelnd – und er ist voll des Lobes für das Team des Goldgelb-Festivals. Der Frontmann der Tribute-Band „The Music of Queen“ befindet sich im Backstagebereich auf dem Sonnenblumenfeld in Aichwald. Es ist Samstag, 19 Uhr. Vier Tage Pause habe die fünfköpfige Band nach einer längeren Tour, die sie unter anderem nach München und Hamburg führte, gehabt. Die anderen Mitglieder kommen aus Mannheim, Ludwigsburg, Freiburg und der Pfalz. Findling ist der nette junge Mann aus Heidelberg.

 

Die erst seit zweieinhalb Jahren existierende Band erwarteten an diesem Abend 5000 Gäste, alle Tickets waren ausverkauft. Auch die Abende zuvor lief es bei Sonne und warmen Temperaturen gut für die Veranstalter vom Kulturverein Krummhardt, sagt Anita Geyer, die als Schriftführerin auch für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich ist. Am Donnerstag waren 3000 Besucherinnen und Besucher auf die Wiese nahe dem Aichwalder Ortsteil Krummhardt gekommen, am Freitag 4000. Damit sind es dieses Jahr mehr als bei der jüngsten Auflage 2022, als wohl das Wetter das Festival einige Gäste gekostet hatte. An diesem Samstag setzte der angekündigte Regen gegen 22 Uhr ein. Auch der Sonntag war verregnet. Schade, sagte Geyer mit Blick auf das Familien- und Kuchenangebot tagsüber, das dadurch weniger gefragt war. „Vielleicht wird der Montag dann wieder das i-Tüpfelchen.“ Sie und die anderen Helferinnen und Helfer freut, dass es Stand Sonntagnachmittag keine negativen Vorfälle gegeben habe, es sei alles entspannt.

Musikprogramm von Country über Queen bis zu Bluesrock

Das musikalische Programm ist in diesem Goldgelb-Jahr vielfältig. Erneut ist keine Band aus den Vorjahren dabei – auch wenn viele Musiker sich dies wünschten, wie die Festivalorganisatoren vom Kulturverein stets betonen. Die Gruppen werden von den Mitgliedern einer Arbeitsgruppe des Vereins ausgewählt. Den Auftakt machte am Donnerstag „Pez“ mit eigenen und gecoverten Countrysongs sowie auf Country getrimmten Welthits. Es folgten „Willy and the Poor Boys“, die Songs von „Creedence Clearwater Revival“ spielen. Am Freitag sprachen die Musiker und die Musikerin von „Radiocast“ mit aktuellen Chartsongs sichtlich auch ein jüngeres Publikum an, es folgten „Beatpolice“ mit 90er-Jahre-Hits. Am Samstag trat um 18.30 Uhr als erste Band Night Hawk an. Die sechsköpfige Gruppe, der Fans aus Norddeutschland nachgereist waren, verstand es von Beginn an, mit bekannten Countrysongs und Rock’n’Roll-Welthits wie „Rockin All Over The World“ oder „Highway to Hell“ die Leute vor die Bühne zu ziehen und zum Tanzen und Mitsingen zu bewegen. Einige besonders treue Fans wurden von den Musikern auf die Bühne gerufen.

An den Ständen mit Getränken und Speisen und hinter den Kulissen haben die täglich mehr als 150 Helferinnen und Helfer viel zu tun. Bei den Speisen stand am Samstag Barbara Steiner an der Kasse. Einen eindeutigen Topseller gebe es nicht bei dem Angebot, das von Heringsbrötchen über Rote Wurst, Wilde Kartoffeln und Maultaschen bis hin zu Flammkuchen reicht.

Es sei immer viel zu tun, sagte Steiner, aber das Team sei seit Jahren eingespielt, man mache Pausen und werde mit Getränken versorgt. „Und wir haben in dem Zelt viel Spaß.“ Ein Großteil der Besucher sei sehr freundlich, findet Jutta Stadler, die ebenfalls seit vielen Jahren beim Goldgelb-Festival mithilft. Nach der Schicht an den Speiseständen und einer Mütze Schlaf gehe es für die Helferinnen am nächsten Morgen gegen 10 Uhr zum Ackerputzen.

Zwei Stunden nach der Begegnung hinter der Bühne hat Valentin L. Findling das weiße lockere Leinenhemd gegen Muscleshirt und gelbe Lederjacke getauscht. Und sein Lächeln gegen die Mimik, die Freddie Mercury so eigen war. Aussehen, Stimme, Gestik – alles dem Original frappierend ähnlich. Der Platz vor der Bühne rund um das große Sonnensegel ist voll. Die Zuschauerinnen und Zuschauer stehen teilweise auf den Bänken. Und es bedarf keiner zweiten Aufforderung mitzusingen bei Hits wie „A Kind of Magic“ oder „Another One Bites the Dust“. Die Queen-Tribute-Show ist der Höhepunkt des elften Goldgelb-Festivals, begleitet von lautem Applaus und Pfiffen der Begeisterung. „Mein Gott, was für ein schönes Festival“, ruft Findling alias Mercury dem Publikum zu. Trotz des Regens zieht die Band ihr Programm durch – allerdings ohne Pause, sodass der Konzertabend etwas früher endet.

Goldgelb-Festival

Hintergrund
 Der Kulturverein Krummhardt organisiert seit 2003 alle zwei Jahre das Goldgelb-Festival – mit einer Corona-Unterbrechung 2021. Die Veranstaltung zeichnet sich nicht nur durch die Musik, sondern unter anderem auch die Einrahmung durch Sonnenblumen und eine besondere selbst gestaltete Dekoration aus. Das Festival richtet sich nicht nur an Erwachsene, es gibt auch ein Kinderprogramm.

Weitere Bands
 Am Sonntag sind „Roxxxette“, eine Roxette-Tribute-Band, sowie „Amokoma“ mit Black, Funk und Soul aufgetreten. Am Montag, dem letzten Festivaltag für dieses Jahr, spielen um 18.30 Uhr die Eliana-Cargnelutti.Band Blues-Rock und um 21 Uhr „Meet Love“ die Hits von Jim Steinmann und Meat Loaf.