Die Internationale Bachakademie unter Hans-Christoph Rademann will das Musikfest in Stuttgart neu ausrichten. Foto:  

Die Internationale Bachakademie Stuttgart hat schon viel getan, um ein jüngeres, breiteres Publikum zu gewinnen. Die Neustrukturierung des Musikfests Stuttgart als Kooperation ist ein logischer und wichtiger weiterer Schritt der Öffnung, findet unsere Musikkritikerin Susanne Benda.

Stuttgart - Ob das gut geht? Seit dem Amtsantritt von Hans-Christoph Rademann im Juni 2013 hat die Internationale Bachakademie viel Altes hinter sich gelassen und noch viel mehr Neues gewagt. Mit gutem Grund: Älter und schütterer als das Publikum in den Akademiekonzerten war kein anderes Publikum in Stuttgart, und neben zahlreicher und starker Konkurrenz auf dem Markt konnten sich die alte Gächinger Kantorei und das Bach-Collegium des Akademiegründers Helmuth Rilling nicht behaupten. So hat man eine Vielzahl von Vermittlungsprojekten initiiert – unter anderem mit Schüler-Tanzprojekten zu Bachs Musik. Und man hat die Ensembles vollkommen umgekrempelt: Die neue Gaechinger Cantorey spielt auf historischen Instrumenten und in historischer Stilistik; sie hat einen völlig neuen Klang. Mehr Werke von Händel hat Rademann außerdem auf das Programm gesetzt.

Nun geht der Weg der Öffnung konsequent weiter: Ein Musikfest in Kooperation mit Staatsoper, SWR-Symphonieorchester und Philharmonikern entfernt sich weiter vom ursprünglichen Kern des Bachakademie-Repertoires, macht weit die Tür auf, um die Welt hereinzulassen. Auf den ersten Blick mag das wie ein Profilverlust wirken. Tatsächlich aber ist es ein weiterer Schritt heraus aus der Nische. Im Erfolgsfall könnte das Musikfest nämlich ein Festival werden, das wirklich glänzt – auch über Stuttgart hinaus. Ein Stadtfestival, das sicht- und spürbar ist. Und auf das man womöglich gar einmal ganz unschwäbisch stolz sein könnte.

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