Die Musikerin Laura Balle kommt aus Ostfildern. Foto: privat

Mit 23 Jahren ist die Klarinettistin Laura Balle auf dem Sprung zur Profi-Karriere in einem Orchester. Am Sonntag spielt sie mit dem Orchester ihres Vaters in Ostfildern Mozart.

Der „brillante, romantische Klang“ der Klarinette hat Laura Balle schon immer fasziniert. Deshalb hat sich die 23-Jährige bereits als Kind entschieden, dieses Instrument zu lernen. Heute studiert sie an der Musikhochschule Franz Liszt in Weimar. Am Sonntag, 23. Juni, 17 Uhr, ist die junge Musikerin auf dem Sprung zur Profi-Karriere mit dem Orchester ihres Vaters Stefan Balle in der katholischen Kirche St. Dominikus in der Parksiedlung zu erleben.

 

Als Solistin begleitet sie am Sonntag die Sinfonie Nr. 29 A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Dass sie mit dem Orchester ihres Vaters spielen darf, der als erster Geiger bei den Stuttgarter Philharmonikerin bekannt ist, macht die junge Frau glücklich. Auch ihre Mutter Charlotte ist eine bekannte Geigern. Nicht nur bei den Stuttgarter Philharmonikern, auch in anderen bekannten Orchestern und Ensembles in ganz Deutschland und Europa hat das Ehepaar Balle gespielt. Beide haben sich auch als Solisten einen Namen gemacht. Ihr Sohn Johann studiert Gesang.

„Wir sind eine musikalische Familie“, sagt Laura Balle. Das gemeinsame Musizieren hat sie seit der Kindheit genossen. Obwohl sie im Alter von sechs Jahren auch Geige gelernt hat, hat sie die Klarinette immer am meisten fasziniert. In ihrer Schulzeit an der Waldorfschule auf der Stuttgarter Uhlandhöhe haben die Lehrkräfte ihr musikalisches Talent intensiv gefördert.

Junge Musikszene vernetzt sich bundesweit

In dieser Zeit kam Laura Balle auch mit der Jungen Waldorf Philharmonie (JWP) in Berührung. In diesem Orchester, das Patrick Strub dirigiert, treffen sich begabte Schüler und Studierende von den staatlichen Hochschulen in ganz Deutschland auf der Gutenhalde in Filderstadt. „Wir jungen Leute machen klassische Musik für ein junges Publikum“, sagt die 23-Jährige über das Konzept. Dass sie als junge Künstlerin die Chance bekommt, sich mit Altersgenossen zu vernetzen und gemeinsam ein anspruchsvolles Programm einzustudieren, das gefällt ihr.

Das Orchester besteht bereits seit 20 Jahren. Am 31. August gastiert die Junge Waldorf Philharmonie in der Stuttgarter Liederhalle und spielt dort das neue Programm. Auch in Berlin und Leipzig ist die JWP zu Gast. Im Sommer studieren die jungen Leute die vierte Sinfonie von Anton Bruckner ein. Außerdem stehen ein Konzertstück für vier Hörner von Robert Schumann und von Michail Glinka die Ouvertüre zu „Ruslan und Ljudmila“ auf dem Probenplan. Die gemeinsame Arbeit gefällt der jungen Frau, die in der Parksiedlung aufgewachsen ist, so gut, dass sie inzwischen auch in die Organisation mit eingestiegen ist.

Moderne Kompositionen und Klassik

Was sind die beruflichen Perspektiven der jungen Klarinettistin? „Ich möchte in einem Orchester spielen“, sagt die Musikerin, die auch als Solistin einige Erfahrung gesammelt hat. Dass die Konkurrenz gerade in diesem Bereich groß ist, das weiß sie. „Es kommt darauf an, ein Orchester zu finden, bei dem alles passt.“ Musikalisch reizt sie nicht nur die Klassik. Die modernen Kompositionen des bekannten Klarinettisten Jörg Widmann findet sie spannend. In der Musik ein breites Spektrum abzudecken, ist ihr Ziel.

Das Konzert mit Laura Balle beginnt am Sonntag, 23. Juni, um 17 Uhr in der Kirche St. Dominikus in der Parksiedlung. Der Eintritt ist frei.