Felix Berchtold und Oliver Bluth verbringen viel Zeit eigenen Aufnahmestudio Running Gun Recordings in Dettingen. Foto: Horst Rudel

Mit Straßenmusik hat alles angefangen. Heute spielen Johnny Trouble unter anderem vor der Bundeswehr in Mali. Der Grund ihres Erfolgs ist auch der Geist von Johnny Cash, den die Musiker weitertragen.

Kirchheim/Teck - Johnny Cash geht immer“, sagt Oliver Bluth beim Interview-Termin in seinem Aufnahmestudio in Dettingen Teck. Damit meint er nicht nur seinen eigenen Musikgeschmack, sondern auch den seiner Fans. Die Lieder des weltberühmten Country-Sängers Cash haben ihm schon als Kind den Anstoß gegeben, Musiker zu werden. Heute nennt sich Oli „Johnny“ Bluth und ist der charismatische Frontmann der Band Johnny Trouble aus Kirchheim.

Die Affinität zu Cash ist dem 36-Jährigen und seiner Band nicht nur am Namen abzulesen. Bluth steht bei Auftritten mit perfekt sitzender Tolle und im nostalgischen Cowboy-Stiefel-Look mit Weste und Gitarre - manchmal mit Mundharmonika – auf der Bühne. Versunken in der Musik lässt er zusammen mit dem Gitarristen Felix Berchtold und Chris Babberger am Kontrabass den Sound der 50er- und 60er-Jahren aufleben. „Angefangen hat alles mit Straßenmusik. Ich habe viel in Stuttgart und Ludwigsburg – mit unterschiedlicher Besetzung oder alleine – gespielt. Nach und nach hat sich unser Sound von der Rockabilly- in die Country-Richtung entwickelt. Etwa 2006 wurde das Ganze größer, wir haben deutschlandweit und international Anfragen bekommen“, so Bluth.

Von Mexiko bis nach Mali

Seither spielen Johnny Trouble unter anderem in Mexiko, Russland, Finnland, Spanien, der Schweiz und in Österreich. Erst im Mai wurden sie von der Bundeswehr für ein Konzert zu einem Stützpunkt nach Mali gebeten. Dabei haben sie mehr zu bieten als perfekte Coversongs. An die 60 Lieder hat Bluth bereits geschrieben und vier Alben veröffentlicht. „Lustigerweise ist es so, dass Leute im Ausland unsere eigenen Lieder viel mehr schätzen, als die Coversongs von Cash oder anderen Country- und Bluesmusikern. Die können sogar unsere Liedtexte mitsingen“, so der 36-Jährige. In Deutschland sei das anders. „Vielleicht ist das eine Mentalitätsfrage, oder die Szene ist im Ausland differenzierter. Ich weiß auch nicht, woran das liegt“, meint Berchtold. Seit 14 Jahren steht er gemeinsam mit Bluth auf der Bühne.

Die beiden orientieren sich neben Cash an Größen wie Bob Dylan, Willie Nelson, Johnny Horton, Elvis Presley und Kris Kristofferson. Während Bluth für das Songwriting verantwortlich ist, macht Berchthold das Management. „Wir spielen rund 60 Auftritte im Jahr. Konzerte in Clubs oder auf Festivals aber auch private Veranstaltungen“, sagt der Berufsgitarrist. Beide leben für und von der Musik, und haben sich damit einen Traum erfüllt. Bluth hat sich in Dettingen vor einigen Jahren sogar ein Studio eingerichtet, wo er auch andere Musiker produziert – etwa den schwäbischen Musiker Werner Dannemann.

Eindrücke vom Sound der Band gibt’s hier:

„Hauptsache es geht weiter!“

„Das Wichtigste für uns ist, dass es weiter geht und wir uns immer verbessern. Wir arbeiten an einem eigenen Sound und wollen uns von Zwängen losmachen“, so Bluth und Berchtold. Ein weiteres Zeugnis davon soll es auch bald geben. Bluth will noch 2017 eine Soloplatte, mit Songs, die er in den letzten drei Jahren geschrieben hat, rausbringen: „Für mich ist das Songschreiben ein Ventil“, so der Sänger. Das lüftet die Band auf dem Musikfestival Rollschuhplatz Open-Air auch mal wieder live.

Konzert: Am 25. Juni, um 11 Uhr spielt Johnny Trouble beim Rollschuhplatz Open Air auf dem Rollschuhplatz in Kirchheim/Teck.

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