Der rechte Rapper Chris Ares (Mitte) bei einer AfD-Kundgebung im April 2016 in München. Foto: imago/ZUMA Press/imago stock&people

Zwei der wichtigsten Streamingdienste für Musik setzen ein Zeichen. Der rechtsextreme Rapper Chris Ares findet dort keine Songs mehr von sich – Spotify und Amazon haben seine Musik gelöscht.

Stuttgart - Er rappt von Merkel-Regime, Diktatur, Gutmenschengefasel, Lügenpresse. Der bayrische Verfassungsschutz stuft ihn seit 2016 als „Rechtsextremist“ ein. Nun setzen zwei der wichtigsten Musik-Dienste ein Zeichen gegen rechte Parolen im deutschen Rap – sie löschen die Songs von Chris Ares von ihren Plattformen.

Spotify verbannt sämtliche Lieder und das neue Album des Rappers, der mit bürgerlichem Namen Christoph Aljoscha Zloch heißt. Amazon hat einen Tag vor Release über 1000 Deluxe-Boxen des gebürtigen Freiburgers storniert.

Gegenüber der Bild-Zeitung hat Spotify erklärt, dass die Musik von Chris Ares gelöscht werden musste. Sie würde gegen die Spotify Content Policy verstoßen. Heißt: Der Streamingdienst ist laut Richtlinien dazu verpflichtet, Inhalte zu verbieten, die „ausdrücklich und hauptsächlich zu Hass oder Gewalt aufrufen, dies befürworten oder dazu aufstacheln.“

Rapper spricht von eingeschränkter Meinungsfreiheit

Neben seinem selbsternannten „heimatverbundenen Rap“ fällt Zloch mit seiner Nähe zur Identitären Bewegung auf, wie der bayrische Verfassungsschutz 2019 berichtet. Außerdem wollte er vor Kurzem zwischen Pulsnitz und Dresden eine Siedlung mit vier Häusern für gleichgesinnte Patrioten gründen. Bei einer Wahlveranstaltung der AfD im Jahr 2016 attackierte er Journalisten und Gegendemonstranten.

Mit dem Ares-Ausschluss der beiden großen Streamingdienste wird dem Rapper eine für ihn wichtige Plattform in der Öffentlichkeit entzogen. Die Entscheidung von Spotify und Amazon kommentiert der Rapper auf seiner Instagram-Seite, er schreibt von eingeschränkter Meinungsfreiheit.

Zudem stellt er infrage, warum Lieder der Rapper Capital Bra, Haftbefehl und Azet weiterhin auf Spotify erscheinen dürfen, obwohl diese Texte gleichermaßen Gewalt verherrlichen würden.

Die Musik des rechten Rappers hat in der Szene durchaus eine Hörerschaft– das 2019 veröffentliche Album „2014 - 2018“ erreichte beim Anbieter Itunes in den Download-Charts den dritten Platz. Zuspruch gibt es auch von Xavier Naidoo. Der Sänger, der mit Verschwörungstheorien auffällt, bestätigte in einem Interview den Kontakt zu Zloch. Auch eine Zusammenarbeit auf dem angekündigten „patriotischen Album“ des Sängers sei möglich. Ob die Streamingdienste dann einen Verstoß gegen ihre Richtlinien sehen, bleibt bis zum Release abzuwarten.

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