Der Song „1965“ von Nick Dautzenberg und seiner Band zündet. Foto: Eva Herschmann

Die Jungs von Cliff House aus Schorndorf haben mitten in der Coronapandemie einen neuen Tonträger veröffentlicht. Jetzt hoffen sie auf Live-Auftritte.

Schorndorf - Bevor die Pandemie nahezu jegliches kulturelle Leben zum Stillstand gebracht hat, war die Band Cliff House gerade dabei, richtig durchzustarten. Der musikalische Vierer – Sänger Nick Dautzenberg, Leadgitarrist Marvin Scharf, Bassist Tim Weise und Schlagzeuger Paul Schmieg – hatte nach dem Erfolg mit Platz zwei beim Europäischen Songcontest „Welcome To Europe“ 2018 sowie dem Auftritt beim „ZDF Fernsehgarten“ 2019 viel Lob und Aufmerksamkeit erhalten.

„Wir hatten bis zum Lockdown einen echt guten Lauf“, sagt Sänger Nick Dautzenberg. Dann drängte das Virus die Musiker aus den Proberäumen und von den Live-Bühnen. Nun haben die Jungs von Cliff House mitten in der Corona-Pandemie einen Tonträger mit sechs Songs veröffentlicht.

Die Band kann an Erfolge aus der Vor-Corona-Zeit anknüpfen

Mit der ersten Auskoppelung aus dem Silberling namens „Details“ konnte Cliff House gleich wieder an die Erfolge aus der Vor-Corona-Zeit anknüpfen. Der Song „1965“ gehörte zu den beliebtesten auf dem Benefiz-Sampler „Lautstark für Kultur“ des Winnender Labels 7, dessen Erlös den beteiligten Musikern aus der Region zugute kam. Die Formation mit Wurzeln im Remstal schaffte es in SWR1- sowie auch SWR4-Playlisten, und Hitradio Antenne 1 präsentierte die entspannte Komposition in ihrem Radiospot.

Als „schnörkellosen Poprock“ bezeichnet Sänger Nick Dautzenberg die Musik der Band, die er 2014 mit Marvin Scharf gegründet hat. „Marvin und ich kennen uns schon ewig, wir sind quasi zusammen aufgewachsen. Unsere Mütter sind beste Freundinnen“, erzählt der 25-jährige Schorndorfer, der Englisch und Politik auf Lehramt studiert. Bald gesellte sich Paul Schmieg dazu, der mittlerweile in Freiburg lebt, und als letzter stieß Bassgitarrist Tim Weise 2019 zur Band. Seitdem das Quartett in der aktuellen Besetzung zusammen ist, hat sich ihr musikalischer Stil gewandelt. Früher seien sie mit zwei Akustikgitarren und Cajon statt Schlagzeug eher dem Genre Indie-Folk zugewandt gewesen, erzählt Nick Dautzenberg, dessen Akustikgitarre den Wandel zum Poprock indes überlebt hat. „Ich bin aber nur der Rhythmusgitarrist“, sagt der Frontmann augenzwinkernd.

Auf Promotion-Tour können die Bandmitglieder nicht gehen

Und Nick Dautzenberg zeichnet zumeist auch für die Songtexte und Grundakkorde verantwortlich, während das Kollektiv beim Arrangement entscheidend mitwirkt. „Wir haben auch Frankenstein-Songs, zu denen jeder ein Fragment beisteuert. Details, der Titelsong der CD, ist so ein Lied“, erklärt der Sänger.

Die Songs für den Mini-Tonträger hatten die vier von Cliff House noch vor dem ersten Lockdown aufgenommen. Vollenden konnten sie das Werk im vergangenen Sommer, nachdem ein paar Lockerungen in Kraft getreten waren. Das habe wunderbar geklappt, berichtet Nick Dautzenberg. Wegen der Pandemie haute es dann aber nicht mit der für den vergangenen Sommer geplanten Veröffentlichung hin. Nun ist „Details“ draußen, aber auf Promotion-Tour können die vier Jungs noch immer nicht gehen. „Die meisten CDs verkaufen Bands wie wir auf Konzerten. Ohne die bleiben uns derzeit nur der Verkauf über Instagram und Facebook“, sagt Nick Dautzenberg.

Der vorerst letzte Live-Auftritt vor Publikum von Cliff House liegt schon eine Weile zurück. Das war im Januar 2019 beim „Durch-die-Decke-Contest“ in Wendlingen, erzählt der Sänger. „Wir haben das Halbfinale gewonnen und stehen im Finale, das aber bis jetzt noch nicht stattfinden konnte. Dem Sieger winkt ein Auftritt auf einem großen Festivals, aber die finden derzeit ja auch nicht statt.“

Eine vage Hoffnung, dass Cliff House vielleicht in diesem Sommer auf einer Bühne stehen wird, besteht allerdings. Es gibt eine Anfrage aus Deizisau, wo im Juli ein corona-konformes Open-Air geplant ist. „Wir würden uns wünschen, dass es tatsächlich stattfinden kann“, sagt Nick Dautzenberg.

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