Im Haus seiner Eltern in Neuwirtshaus sitzt Felix Strobl oft am Klavier. Foto: Bernd Zeyer

Der Tenor Felix Strobl gibt ein Benefizkonzert in der französischen Stadt Annecy.

Neuwirtshaus - „Die Stimme ist der Spiegel der Seele“, sagt Felix Strobl und spricht mit tiefer Überzeugung, aber auch aus eigener Erfahrung. Zwar absolviert der 26-Jährige gerade sein Referendariat als Lehrer, sein großes Ziel ist es aber, eines Tages von der Musik, also von seiner Tenorstimme, leben zu können. Ein wichtiger Schritt in der Karriere des Neuwirtshäusers könnte ein Benefizkonzert sein, das er am 30. Oktober in Annecy gibt.

Musik von Kindesbeinen an

Schon von Kindesbeinen an hat Felix Strobl die Musik kennen- und lieben gelernt. Sein Vater Gerhard, eigentlich Doktor der Physik und im Bereich der Fotovoltaiktechnik tätig, ist Organist und hat lange Zeit in einer Jazz-Band gespielt. „Ich erinnere mich noch gut, wie er früher E-Piano spielte“, erzählt der Sohn. Kein Wunder, dass der Filius zunächst Klavier-, und später dann auch noch Gesangsunterricht nahm. Allerdings, so berichtet er heute mit einem Augenzwinkern, sei aller Anfang schwer gewesen: „Ich musste zu meinem Glück gezwungen werden. Meine Mutter hat mich regelrecht zum Chor geschleppt.“ Dieses Ungemach dauerte freilich nicht lange: „Ich ging mit weinenden Augen hin, kam aber mit breitem Grinsen zurück.“ Damals habe er festgestellt: „Musik hat etwas in mir bewirkt.“ Während andere Teenager davon träumen, in einer Rockband zu spielen, entwickelte der junge Felix eine Affinität für klassische Musik und verbesserte fleißig seine Sanges- und Klavierkünste. „Gesang hat viel mit Selbstdisziplin zu tun“, sagt er und erläutert, dass ein Sänger seine Stimme ebenso trainieren müsse wie ein Leistungssportler seine Muskeln. Normalerweise übt er täglich ein bis zwei Stunden, während Proben und vor Auftritten sind es mehr als drei. Die Arbeit an der Stimme sei auch Arbeit an der Persönlichkeit und ein Prozess, der niemals ende. Neben seinem Referendariat, das er in Karlsruhe absolviert, studiert er dort Gesang bei Walter Donati, einem deutsch-italienischen Opernsänger. „Klassik geht mir tief unter die Haut“, sagt Strobl. Bei ihm Zuhause liegen vor allem Silberscheiben von Luciano Pavarotti oder Rolando Villazón im CD-Player. Je nach Stimmungslage läuft im Auto aber auch schon mal SWR 3.

Singen, um zu helfen

Einen seiner bislang wohl wichtigsten Auftritte wird Felix Strobl am 30. Oktober haben. Im Schloss der französischen Stadt Annecy findet ein Benefizkonzert statt, bei dem er der einzige Programmpunkt ist. Hauptorganisator ist der Rotary Club Val de Fier, beteiligt ist auch das deutsch-französische Institut. Strobl steht als Solist auf der Bühne, begleiten am Flügel wird ihn sein Vater Gerhard. Neben deutschen Kunstliedern von Franz Schubert und Robert Schumann werden auch italienische und französische Werke auf dem Programm stehen. „Ich möchte das Publikum mit ins Boot holen“, sagt Strobl. Deshalb wird er in die Stücke einführen und ihren Inhalt erläutern. Und zwar in französischer Sprache, die er fließend beherrscht. „Ziel der Veranstaltung ist auch die interkulturelle Begegnung“, sagt der 26-Jährige. Schließlich werde anno 2013 der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages begangen. Circa anderthalb Stunden will Strobl am 30. Oktober auf der Bühne stehen, 300 Gäste werden erwartet. Deren Eintrittsgelder sollen einem guten Zweck zu Gute kommen: der Kinderkrebshilfe. „Während meiner Ausbildung zum Rettungssanitäter bei den Johannitern in Zuffenhausen habe ich viel Leid kennengelernt“, erzählt Strobl.

Immer wieder tritt er in Krankenhäusern und Pflegeheimen auf. Schließlich habe schon der griechische Philosoph Aristoteles gewusst: Im „Wesen der Musik liegt es, Freude zu bereiten“.

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