Szene aus dem Musical „Rocky“ Foto: Brinkhof-Moeggenburg/Stage-Entertainment

Die Tanz-Show „Chicago“ verabschiedet sich im Herbst aus Stuttgart: Wie aus Musicalkreisen zu hören ist, wechselt „Rocky“ von Hamburg ins SI-Centrum.

Stuttgart - Fliegende Fäuste statt lasziver Tanz: Das MusicalRocky“, das seit drei Jahren in Hamburg aufgeführt wird, soll im Herbst in Stuttgart die Tanz-Show „Chicago“ ablösen. Der Klassiker vom Broadway, der ohne knallbunte Kulissen oder akrobatischen Sensationen die Kunstform des Musicals in seiner Urform feiert, also die Perfektion von Tanz und Orchester, das auf der Bühne sitzt, hat die Erwartungen offensichtlich nicht erfüllt. Die Spielzeit von „Chicago“ wird nicht einmal ein Jahr betragen, wenn sich die im November 2014 gestartete Show im September 2015 aus dem Palladium-Theater in Möhringen verabschiedet.

„Das ist schade“, findet ein Musicalsänger, der mehrere Hauptrollen bei der Stage-Entertainment gespielt hat und als Informant unserer Zeitung nicht mit Namen genannt werden will, „offensichtlich zählen vor allem die Effekte“. Unter Musicaldarstellern haben es sich „schon lange“ herumgesprochen, dass „Rocky“ in Hamburg die Puste ausgeht und nach Stuttgart wechselt. Eine Bestätigung gibt es von der Stage-Entertainment bisher nicht. Aber für nächste Woche hat der Marktführer zu einer Pressekonferenz ins SI-Centrum mit Deutschland-Chefin Uschi Neuss eingeladen.

Mit einer dreijährigen Laufzeit in Hamburg gilt „Rocky“, eine Eigenproduktion der Stage, die es an den Broadway schaffte, aber dort lediglich fünf Monate blieb, als Erfolg. Mit internationalen Dauerbrennern wie „Cats“ und „König der Löwen“, die über zehn Jahre lang an einem Theater aufgeführt wurden oder werden, kann die Box-Show jedoch nicht mithalten. „,Rocky’ ist eine effektvolle Show, die beim Publikum ankommt – nur das zählt ja bekanntlich“, hat der Musical-Insider unserer Zeitung gesagt.

Schon einmal war eine Broadway-Show in Stuttgart gefloppt: Für das Musical „42nd Street“ mit großartigen Stepp-Szenen fiel Ende 2004 nach 13 Monaten der letzte Vorhang und ist seitdem nicht mehr in Deutschland aufgeführt worden.

Wie es aussieht, wird in Stuttgart wieder nichts aus einer wirklichen Premiere. Mit ihren neuen Produktionen geht die Stage-Entertainment lieber nach Hamburg. Als Nachfolgestück für „Phantom der Oper“, das in der Neuen Flora im Sommer endet, steht bereits das Disney-Musical „Aladdin“ fest. Premiere soll am 15. Dezember sein.

Karten für „Rocky“ im Hamburger Operettenhaus kann man nur noch bis August buchen. Danach soll, wie zu hören ist, „Love Never Dies“ deutsche Uraufführung an der Alster feiern. Dieses Musical stammt aus der Feder von Andrew Lloyd Webber und gilt als Fortsetzung von „Das Phantom der Oper“.

Während „Chicago“ offensichtlich beim Stuttgarter Publikum durchgefallen ist, läuft die Disney-Show „Tarzan“ auf der anderen Straßenseite dafür umso besser. Sie soll im Apollo-Theater im SI-Centrum auch noch im dritten Jahr die Massen locken.

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