Regisseur Christian Berg motiviert den Chor bei der Musical-Probe. Foto: Oswald Fotodesign

Nach zwei Wochen Proben geht das inklusive Mitmach-Musical von Gmünd bis Weinstadt über die Bühnen. Der Begleitchor besteht zur Hälfe aus Jugendlichen mit Handicap.

Musical - Gut 60 Jugendliche sind mit dabei, wenn in diesen Tagen in der Großheppacher Prinz-Eugen-Halle für das Mitmachmusical „Rumpelröschen“ geprobt wird, das ab dem kommenden Wochenende auf mindestens drei verschiedenen Gartenschaubühnen aufgeführt wird. Das Besondere an dem musikalischen Bühnenspektakel um die rustikal-reizende und irgendwo zwischen Rumpelstilzchen und Dornröschen angesiedelte männliche Nachwuchsfee: es geht mit inklusiver Besetzung an den Start – rund die Hälfte der Jugendlichen, die den unterstützenden und mit Bühnenbild prägenden Musical-Chor bilden, sind junge Menschen mit Handicap.

Inklusionsprojekt für junge Menschen mit Handicap

Entstanden ist das Gartenschau-Musical als Kooperationsveranstaltung der Wirtschaftsjunioren des Rems-Murr-Kreises zusammen mit der deutschen Stiftung für Menschen mit Down Syndrom sowie dem Hamburger Autor und Musical-Regisseur Christian Berg. Herausgekommen sei, so heißt es bei der gemeinsamen Pressekonferenz samt Probenbesuch in der Prinz-Eugen-Halle allseits, „ein beispielhaftes Inklusionsprojekt, an dem sich junge Menschen mit und ohne Handicap, aber auf jeden Fall mit viel Begeisterung beteiligen“. Für die Teilnahme so berichten die Wirtschaftsjunioren von ihrem – auch betriebswirtschaftlich – anspruchsvollen Projekt, sei eine Familie eigens aus Lindau angereist. Die Freizeitschauspieler freuten sich, zeigen zu können, was in ihnen steckt, sagen deren professionelle Betreuer. Und sie wollten beweisen, dass es nur etwas Mut braucht, um auch die großen Bühnen zu rocken.

Während der Pfingstferien haben die Nachwuchsdarsteller im Alter zwischen sechs und 22 Jahren das etwas andere Märchen „Rumpelröschen“ zusammen mit vier Musicaldarstellern und dem Autor und Kindermusical-Produzenten Christian Berg einstudiert. Die fantasievolle Geschichte handelt von der Fee Rumpelröschen, einem kleinen Jungen in dem Fall, mit wilder Fliegermütze und knallbunten Klamotten. Zwischen den sieben Bergen und tiefblauen Tälern begegnet Rumpelröschen nicht nur Aschenputtel, Pinocchio und – Achtung Gartenschau – einem etwas pummeligen Einhorn. Am Ende staunt das ganze Märchenreich darüber, wie man mit einem guten Herzen Großes bewegen kann.

Drei Aufführungen auf Gartenschau-Bühnen

Die Aufführungen, so sagen die Protagonisten, seien geeignet für wirklich alle Menschen zwischen drei und 99 Jahren. Die Premiere ist am Freitag, 21. Juni, in der Orangerie in Schorndorf. Am Samstag, 22. Juni, ist das inklusive Mitmach-Musical zu Gast auf der Remsparkbühne im Stadtgarten zu Schwäbisch Gmünd. Und am Sonntag, 23. Juni, folgt der Auftritt auf der Freilichtbühne Mühlwiesen am Großheppacher Remsufer in Weinstadt. Das Musical selbst kostet keinen Eintritt, in Schorndorf und Schwäbisch Gmünd ist allerdings eine Eintrittskarte zum dortigen kostenpflichtigen Bereich der Remstal-Gartenschau nötig.

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