Roberta Valentini und Riccardo Greco spielen die Hauptrollen in „Ghost“. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Auf der einen Straßenseite rockt der Flaschengeist den Saal, auf der anderen Seite zieht noch ein Geist ein: Möhringen wird zur Geisterstadt. Am 7. November feiert „Ghost“ im Palladium Premiere – mit zwei in Stuttgart bekannten Gesichtern.

Stuttgart - Die Geschichte ist traurig, denn Sam, der Protagonist, ist tot. Doch weil es um die große Liebe zwischen ihm und Molly geht, ist die Geschichte auch sehr schön. 1990 kam der Blockbuster „Ghost“ mit Patrick Swayze und Demi Moore in die Kinos und war – was die Umsätze angeht – noch erfolgreicher als „Pretty Woman“. In der Stuttgarter Inszenierung des Musicals, das auf den Spuren des Hollywood-Hits wandelt, spielt der im Westerwald geborene Riccardo Greco den ermordeten Banker Sam. Um sich auf die Hauptrolle vorzubereiten, hat der 31-Jährige (2010 war er der Alfred in „Tanz der Vampire“ in Stuttgart) nicht etwa den Film mit Swayze noch einmal angeschaut. „Ich schaue mir Vorlagen nicht an“, sagt er, „weil ich sonst kopiere“. Er wolle dem Sam lieber seinen eigenen Stempel aufdrücken.

Für die Pressefotografen haben Riccardo Greco und Roberta Valentini alias Molly am Mittwoch im Palladium die erotischste Töpferszene der Kinogeschichte dargestellt. Gut, sie ist noch steigerungsfähig, man muss sich schließlich was für die Premiere aufheben. Noch hat Greco das Hemd nicht ausgezogen, wie er es später auf der Bühne tun wird und wie es Patrick Swayze romantisch knisternd im Film tat, aber der künftige Sam hat doch einige Knöpfe geöffnet und seiner Molly zärtlich den Unterarm gestreichelt.

„Ghost“ bleibt nur bis April

Die zahlreichen Medienvertreter konnten auch so spüren: Die beiden Hauptdarsteller sind sich sehr vertraut. Beide haben die Rollen auch schon in Hamburg gespielt und sind dabei Freunde geworden. Auch Roberta Valentini kennt Stuttgart gut: Vor zehn Jahren war sie die grüne Hexe in „Wicked“. Beide sagen – und es wirkt nicht wie abgesprochen – ihr erneutes Engagement im SI-Centrum sei für sie, „wie wenn man nach Hause kommt“. Doch lange dürfen die beiden nicht „zuhause“ bleiben. Offensichtlich traut die Stage Entertainment dem Stoff nicht den ganz großen Erfolg in Stuttgart zu und hat die Verträge der Cast von einem Jahr auf ein halbes Jahr verkürzt. Im April soll dafür „Tanz der Vampire“ zum vierten Mal auf die Filder kommen und die Kasse kräftiger klingeln lassen, als dies wohl „Ghost“ vermag.

„Der Vorverkauf entspricht unseren Erwartungen“

In Berlin wurde das 2011 in Manchester uraufgeführte Musical mit den magischen Tricks und den Popballaden 2017/2018 zehn Monate lang gespielt und danach in Hamburg nur drei Monate. „Der Vorverkauf entspricht unseren Erwartungen“, sagt Stage-Sprecher Matthias Pusch. Die kurze Spielzeit von Sam und Molly begründet er damit, dass sein Unternehmen „so viele tolle Musicals“ hat. Preisgünstig sind die Vorstellungen der Stage-Produktion nicht unbedingt. Statt des Slogans „Geiz ist geil“ könnte es nun vielleicht aber heißen: „Geist ist geil.“

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