An Details wird bei den letzten proben noch gefeilt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Im Stage Palladium Theater gewähren Musical-Darsteller bei einer Live-Probe Einblicke in ihre Arbeit. Anfang November feiert das Musical „Ghost“ seine Premiere.

Stuttgart - So schnell kann es gehen. Vor einer Minute noch sah die Bühne im Stage Palladium Theater trist aus: eine orangene Couch in der Mitte, sonst graues Gemäuer und graue Balken überall. Nur wenig später wirbelt die Darstellerin Kim Sanders als Oda Mae Brown über die Bühne, einen ganzen Pulk an Tänzern an ihrer Seite, begleitet von einer wilden Lichtshow und einer Live-Band auf Hochtouren. Die Geisterbeschwörerin frohlockt über ihr vermeintliches Glück: Sie glaubt, plötzlich im Besitz von 10 Millionen Dollar zu sein, was sich später als Irrtum herausstellen soll.

Bei der offenen Probe hat sich das Ensemble des Musicals „Ghost“ am Dienstag in Höchstform präsentiert, auch wenn T-Shirt und Jogginghose derzeit noch die Kostüme ersetzen. Auch Riccardo Greco und Roberta Valentini sind schon premierenreif: die Protagonisten, die das Liebespaar Sam und Molly verkörpern, kennen sich aus der Hamburger Produktion und wirken entsprechend eingespielt.

Vorlage ist der Film von Patrick Swayze und Demi Moore

Das Musical basiert auf dem Hollywood-Blockbuster „Ghost – Nachricht von Sam“ mit Patrick Swayze und Demi Moore aus dem Jahr 1990. Es handelt vom Liebespaar Sam Wheat und Molly Jensen, dessen Beziehung bereits nach kurzer Zeit endet, als Sam einem Raubmord zum Opfer fällt. Allerdings lebt er als Geist weiter und versucht im Laufe der Geschichte unentwegt, seine überlebende Freundin vor den Machenschaften der Verbrecher zu bewahren, die ihn auf dem Gewissen haben. Dabei nimmt er die Dienste der Geisterbeschwörerin Oda Mae Brown in Anspruch. Sie kann Sam sehen und hören und überbringt Molly seine Botschaften – daher auch der Untertitel des Films: „Nachricht von Sam“.

In wenigen Tagen ist die Premiere

Nur noch wenige Tage bleiben bis zur Premiere am 7. November. Am Samstag findet eine Generalprobe vor Publikum statt – eine ungemein wichtige Etappe, meint Regisseur Christoph Drewitz. „Wir brauchen die Reaktion des Publikums, um noch einmal an den letzten Feinheiten zu feilen“, sagt er. Nur so könne man wissen, was gut ankomme und was nicht. Nach vier Wochen reinen Probens befindet sich das Ensemble mitten in der Technik-Phase. Jetzt geht es ans Einüben der exakten Positionen auf der Bühne, auf das Zusammenspiel von Licht und Ton. Auch das vermeintlich kahle Bühnenbild ist genau durchdacht. Es stellt das Loft in Brooklyn dar, in dem Sam und Molly leben, und lässt sich schnell in andere Schauplätze des Stücks verwandeln, in ein Krankenhaus zum Beispiel, in eine U-Bahn-Station oder in ein Café. „Mit Hilfe von Licht und Projektionen hat man wahnsinnig viele Möglichkeiten, das darzustellen“, so Drewitz. Darstellen müssen die Verantwortlichen auch Gegenstände, die von Geisterhand bewegt werden – schließlich verwandelt sich Hauptdarsteller Sam nach seinem Tod in einen Geist. Dafür bauen sie auf die Hilfe von Zauberkünstler Nils Bennett, der bereits bei den Ghost-Produktionen in Linz, Berlin und Hamburg seine Tricks zur Geltung kommen ließ.

Wie diese genau funktionieren, wollte Bennett verständlicherweise – Berufsgeheimnis – nicht verraten. „Als Zauberer setzen wir auf die Verblüffung des Publikums“, erklärte er. Zuschauer können sich unter anderem darauf einstellen, dass Zeitungen durch den Raum schweben und Aktenordner aus den Schränken purzeln. Das alles freilich ohne menschliches Zutun – von Geisterhand eben.

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