Das Museum zeigt Feuerwehrausrüstung aus mehreren Jahrhunderten. Foto: Gottfried Stoppel

Am Anfang stand Helmut Pflügers Sammelleidenschaft, jetzt wird das Winnender Feuerwehrmuseum 50 – wie die Fans und Bewahrer der historischen Brand-Utensilien das Jubiläum feiern.

Jubiläum - Es soll ein „Museumstag für alle“ werden am Sonntag, 28. Oktober, wenn das Feuerwehrmuseum Winnenden seinen 50. Geburtstag feiert. An diesem Tag wird dort allen Freunden und Interessierten freier Eintritt zu Führungen und umfangreicher Bewirtung im Güterschuppen samt neuem Museumsanbau gewährt. Freier Zugang nicht in irgendeinen Hort der Hinterlassenschaften örtlicher Floriansjünger, sondern in ein umfassend mit Utensilien und imposanten Sammlerstücken ausgestattetes Museum, das längst weit über die Region hinaus bekannt und mit diversen Preisen bedacht worden ist.

Mehr als 80 000 Besucher

„Wir gehören zu den ältesten und größten Feuerwehrmuseen in ganz Deutschland“ sagt Harald Pflüger, der Vorsitzende des zusammen mit der Stadt Winnenden für das Museum verantwortlichen Vereins. Und das gelte auch für die Besucherzahlen: Mehr als 80 000 Gäste haben sich in Winnenden in den 50 Jahren des nach wie vor komplett auf ehrenamtlicher Basis betriebenen Museums über die regionale Brandschutzgeschichte und deren Gerätschaften schlau gemacht. Was Pflüger besonders freut: „Stolz sind wir vor allem auf die vielen Gruppen, die kommen – allein in diesem Jahr waren es schon 60.“ Unter anderem erwartet die Besucher in Winnenden eine gut 700 Exemplare umfassende und wohl weltgrößte Sammlung deutscher und internationaler Feuerwehrhelme. Das Starexemplar ist ein Feuerwehrhelm aus Peking.

Bereits direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1947, hat Pflügers Vater Helmut, der kürzlich seiner Verdienste um Feuerwehr und Museum wegen zum Winnender Ehrenbürger gekürt worden ist, mit dem Sammeln begonnen. Dinge wie zwei Spritzen aus den Weltkriegsjahren seien es anfangs gewesen, die sein Vater gut versteckt habe, damit sie nicht – wie damals oft das Schicksal metallener Ausrüstungsgegenstände – eingeschmolzen wurden.

Ein erstes Domizil haben die Betreuer der zunächst privaten Sammlung im Jahr 1968 im Keller des Feuerwehrgerätehaus und etwas später mit einem zusätzlichem Raum in der Kastenschule erhalten. Vor allem als größere Fahrzeuge mit zur Sammlung kamen, habe man diese an verschiedenen Stellen unterstellen müssen. Zeitweise, berichtet Pflüger, habe man bis zu sieben Außenlager gehabt – eines auf dem Bundeswehrgelände in Renningen.

Glücksfall Güterschuppen am Bahnhof

Der Glücksfall war dann der Erwerb des Güterschuppens am Bahnhof durch die Stadt unter dem damaligen OB Karl-Heinrich Lebherz, der wie die komplette damalige Führungsriege der Stadt noch heute im Vorstand des Vereins Feuerwehrmuseum mit dabei ist. Mit Hilfe von Spenden und unter Einsatz von 13 000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden entstand dann das Feuerwehrmuseum im umgebauten Güterschuppen mit einer Ausstellungsfläche von 1000 Quadratmetern. Im 2013 eingeweihten Neubau daneben steht heute nochmals dieselbe Fläche zur Verfügung. Dort, beim Bahnhof, sind nunmehr so ziemlich alle Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände zu sehen, die die Feuerwehren im Südwesten seit den Anfängen der freiwilligen Feuerwehren zur Verfügung hatten.

Zum 50. Geburtstag des Feuerwehrmuseums wird es am Freitag, 26. Oktober zunächst einen Festakt mit Musik und Gratulanten aus Politik und Brandschutzszene geben. Einer der Höhepunkte soll die Übergabe einer längerfristigen Leihgabe des seit einigen Jahren mit den Winnendern kooperierenden Deutschen Feuerwehrmuseums Fulda sein, über die der langjährige Winnender Kommandant Pflüger aber vorab noch nichts verraten will. Am Sonntag, 28. Oktober, dürfen von 11 Uhr an dann alle mit Geburtstag feiern.

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