Beispiele für die einstige Industrieproduktion in Stuttgart-Ost Foto: Sammlung Gohl

Der Museumsverein sucht für seine Jubiläumsausstellung Industrie- und Handwerksartikel aller Art. In der Schau soll die 100-jährige Industriegeschichte des Stuttgarter Ostens gezeigt werden.

S-Ost - Große Maschinen aus Berg, Zigaretten vom Stöckach, Damenkleider aus Ostheim, Elektromotoren aus Gaisburg – im Stuttgarter Osten sind in den vergangenen 100 Jahren unzählbar viele ganz unterschiedliche Industrieprodukte und Konsumgüter hergestellt worden. Heute ist von der einstigen Industrieproduktion nicht mehr viel übrig, allerdings gibt es immer noch viele Handwerksbetriebe und einen starken Dienstleistungssektor sowie aufstrebende Kreativunternehmen. Der Museumsverein Stuttgart-Ost (Muse-O) will in seiner nächsten großen Ausstellung die 100-jährige Industriegeschichte des Stuttgarter Ostens wieder aufleben lassen. Dafür werden noch Exponate aller Art, Fotografien und Jubiläumsschriften gesucht.

Mit der geplanten Ausstellung „Made in Stuttgart-Ost“ soll die im Mai zehn Jahre lange Ausstellungsgeschichte im Muse-O gebührend gefeiert werden. Der Museumsverein selbst war bereits 1998 gegründet worden. Nach jahrelanger Vorarbeit und einigem Hin und Her wurde einige Jahre später das ehemalige Gablenberger Schulhaus saniert und umgestaltet. Am 7. Mai 2005 wurden die neuen Räumlichkeiten als neues Stadtteilmuseum und als Bürgertreffpunkt eröffnet. Die damalige Eröffnungsausstellung beschäftigte sich mit „Gablenberg und seinen Schulen“.

Meisterstücke ortsansässiger Handwerker gesucht

Seitdem wurden im Muse-O zahlreiche Ausstellungen zu den unterschiedlichsten Themen gezeigt: Zurzeit geht es dort um die Glocken im Stuttgarter Osten, andere Themen waren „Meine erste Eisenbahn“ rund um Modelleisenbahnen, „Schiff hano“ zur Nutzung des Neckars, „Tri-tra-trullala“ zu den Puppenspielern in Stuttgart, die Textilunternehmen im Stadtbezirk oder auch die ehemaligen Kinostandorte in Gaisburg, Gablenberg und Ostheim.

Für die jetzt geplante Jubiläumsausstellung können Ulrich Gohl, Vorstandsmitglied von Muse-O und Kurator vieler Ausstellungen, und sein Rechercheteam auf zahlreiche Exponate aus früheren Themenschauen zurückgreifen. Von einstigen Großbetrieben wie der Kuhnschen Maschinenfabrik in Berg, dem Zigarettenhersteller Waldorf-Astoria in der Hackstraße oder der Textilfirma Kübler in der Ostendstraße steht umfangreiches Material zur Verfügung. Es gab aber auch zahlreiche kleinere Unternehmen wie etwa die Firma Koch in Ostheim, die die Zündkerzen Dieterle herstellte, oder das Bürobedarfsunternehmen Schlichting in der Wunnensteinstraße, das beispielsweise Farbbänder für Schreibmaschinen produzierte. „Es wird im Prinzip alles gesucht, was irgendwann einmal im Stuttgarter Osten hergestellt wurde“, schreibt Ulrich Gohl in einem jetzt veröffentlichten Such-Aufruf. „Besonders toll wäre es, wenn sich irgendwo noch das Meisterstück eines ortsansässigen Handwerkers fände.“ Auch Exponate aus der einst wichtigen Holzbranche oder von Bauunternehmen fehlen noch. Wer etwas zur Ausstellung beitragen will, kann sich direkt bei Ulrich Gohl (E-Mail: gohl@n.zgs.de) melden.

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