Diesmal sind es 330 Schuss gewesen, die unter der Bühleiche deponiert wurden. Foto: dpa

Unbekannte scheinen ihre Munitionsvorräte ausgerechnet an der Bühleiche in Plochingen loswerden zu wollen. Wieder hat die Polizei 330 Schuss gefunden.

Wieder haben Unbekannte scharfe Patronen unter der Bühleiche im Plochinger Stadtteil Stumpenhof (Kreis Esslingen) deponiert. Diesmal sind es rund 330 Schuss, die dort jemand regelrecht „hingeworfen hatte“, berichtet der Pressesprecher des Landeskriminalamtes Horst Haug. Die verstreut liegenden Patronen waren von einer Spaziergängerin gefunden worden, die sofort die Polizei alarmierte. Die Untersuchungen des Landeskriminalamtes sind noch in vollem Gange, um die Herkunft und die Art der Patronen zu klären. Die Spaziergängerin hatte zunächst einen Haufen mit etwa 250 Schuss entdeckt. Als die Polizei die weitere Umgebung durchkämmte, kamen noch rund 80 Schuss Munition zutage.

Bereits im Oktober war im selben Bereich ein Päckchen mit tschechischer Armeemunition gefunden worden. Damals waren es rund 170 Schuss des Kalibers 9 mal 19 Millimeter gewesen. Sie waren in eine Plastiktüte eingeschlagen und mit einem Klebeband verschnürt. Das Päckchen hatte in einer Erdmulde gelegen und die Fundstelle konnte nur geortet werden, weil sie in einem anonymen Brief an die „Stuttgarter Nachrichten“ beschrieben wurde.

Damals wurde über einen Zusammenhang mit dem rassistischen Geheimbund Ku-Klux-Klan spekuliert, vor allem weil auf dem Klebeband, mit dem das Päckchen verschnürt war, die drei Buchstaben „KKK“ gestanden hatten. Die Polizei verfügt jedoch über keinerlei Hinweise, die auf eine kriminelle Vereinigung hindeuten. Sie kann einen Zusammenhang allerdings auch nicht ausschließen, „eben weil es keinerlei Hinweise gibt“, hatte damals der Sprecher der Staatsanwaltschaft Jan Holzner gesagt. Die Patronen stammen laut ihrer Kennung aus den späten fünfziger Jahren, wären aber durchaus in heutigen Waffen noch verwendungsfähig gewesen. Auf den Patronen befanden sich so genannte DNA-Mischspuren, die jedoch so gut wie keine Hinweise auf den Besitzer der Patronen liefern.

Wie die Polizei andeutet, sind in dem jetzigen Munitionsfund möglicherweise wieder tschechische Armeepatronen dabei, darüber verschaffen sich die Spezialisten im Landeskriminalamt gerade einen Überblick. Der Fundort ist eine mächtige gedrungene Eiche, die am Rand des Schurwalds an der Kreuzung zwischen zwei Wanderwegen liegt. Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel für Plochinger Spaziergänger. In unmittelbarer Nähe stehen Wohnhäuser. Deswegen bittet die Polizei die ansässige Bevölkerung, die Augen offen zu halten, und verdächtige Beobachtungen sofort einer Dienststelle zu melden. Möglich ist auch, dass noch weitere Munition im Wald liegt. Wer Patronen entdeckt, soll sofort die Polizei verständigen und die Munition unberührt liegen lassen.

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