Die traute Nachbarschaft hält in dem Stück „Frühlingserwachen“ nicht lange an. Bald wird es gehörig rundgehen. So will es das eherne Gesetz der Mundart-Komödie. Foto: Susanne Müller-Baji

Bühne frei: Die Theatergruppe „Homödienpathel“ präsentiert an diesem Freitag und am Samstag das Lustspiel „Frühlingserwachen“.

Weilimdorf - Noch liegen die Häuser Nummer 42, 44 und 46 in trauter Nachbarschaft, aber bald wird es gehörig rundgehen. So will es das eherne Gesetz der Mundart-Komödie, sehr zur Freude des Publikums. Also sind die Fassaden quasi über Nacht aus der Bühne von St. Theresia gewachsen, Jägerzaun und Gartenzwerge inklusive, und beherbergen am Wochenende das Stück „Frühlingserwachen“ von Regina Rösch. Viel Aufwand, aber auch sehr viel Spaß für die Theatergruppe des Homöopathischen Vereins Feuerbach-Weilimdorf, die nun unter eigenem und höchst humorigen Namen als „Homödienpathel“ firmiert und für die auch sonst gilt: Alles neu macht der Mai.

Wobei, ist denn nicht schon Oktober? Normalerweise sei man immer im Frühjahr aufgetreten, erläutert Andreas Bickele, der nun den etwas drögen Beamten Ernst-Wolfgang Dürr spielt: Man sei zeitlich in Verzug geraten, auch weil sich die Suche nach einem passenden Stück langwierig gestaltete. Dass das Lustspiel „Frühlingserwachen“ mit seinen drei Akten nun im Herbst stattfindet, passt irgendwie aber doch, denn im Stück selbst entdeckt so mancher Bühnencharakter ganz neue Seiten an sich – und bahnt sich das etwa ein zweiter Frühling an? Ob das auch auf Ernst-Wolfgang Dürr, den württembergischen Amtsmann und Schwarzbrenner zutrifft, sei an dieser Stelle freilich nicht verraten.

Bürgerlich-idyllische Kulisse

Gebaut hat man die bürgerlich-idyllische Kulisse übrigens in der Bickele’schen Garage, wo auch der überwiegende Teil der Proben quasi mit Familienanschluss stattfand. Auch bei der Generalprobe am Dienstag dieser Woche wuselten die Kinder über die Bühne. Ist das nicht merkwürdig, wenn sich die Eltern so komische Sachen anziehen und machen? Nö, sagt Sohn Felix Bickele entspannt: „Das sind wir schon gewöhnt und das machen die ja auch schon ganz lang.“ Denn der „Homödienpathel“ geht auf die Kindertheatergruppe des Homöopathischen Vereins Feuerbach-Weilimdorf zurück, wo man einst erste Auftritte bei den Weihnachtsfeiern absolvierte.

Neue Mitspieler sind stets willkommen

„Die Kinder haben inzwischen auch selbst schon mitgespielt“, erzählt Andrea Bickele, die am Freitagsabend die Beamtengattin Irmtraud Dürr gibt. Die nächste Komödiengeneration zeichnet sich da womöglich schon ab. Neue Mitspieler sind aber stets willkommen: Wer bei all dem „Frühlingserwachen“ Lust aufs Mundart-Theaterspielen bekommt, kann unter Telefon 85 50 24 Kontakt aufnehmen.

Und dann wird endlich Position geprobt beim „Homödienpathel“: Es dudelt zünftige Musik, die Kittelschürze sitzt, das Beamten-Jacket auch. Die schwäbische Idylle ist perfekt – noch. Denn schon liegt ein Hauch Veränderung in der Luft, wie ein zweiter Frühling im Oktober.

Info „Frühlingserwachen“ kommt an diesem Freitag, 20., und am Samstag, 21. Oktober, auf die Bühne von St. Theresia, Pirmasenser Straße 8. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Eine weitere Vorstellung ist am Samstag, 11. November, in der Gemeindehalle Kirchberg/Murr geplant, auch sie beginnt um 20 Uhr. Karten für die Feuerbacher Aufführung gibt es bei Tabakwaren Held am Löwen-Markt. Reservierungen sind auch unter karten@homoedienpathel.de oder Telefon 85 50 24 möglich.

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