Eltern gehen weite Wege für ihre Kinder. Foto: dpa

Mit einem Flugblatt werben Eltern um Stimmen.

Münster - Eltern sind es gewohnt, für ihre Kinder weite Wege zu gehen. Aber die Wege, die die Eltern der Kindertagesstätten Austraße und Moselstraße derzeit durch Münster gehen, die sind doch ungewöhnlich: In diesen Tagen sollen Flugblätter in allen Briefkästen des Bezirks landen. Damit werben die Eltern um Stimmen für Umbauarbeiten an und in den beiden Tageseinrichtungen.

Um ihrer Kinder willen haben sich die Eltern der städtischen Kitas zusammengetan. „Wir ziehen an einem Strang“, sagt Simone Krause vom Elternbeirat der Kindertagesstätte Moselstraße. „5000 Flyer haben wir drucken lassen.“ Doch nur der kleinere Teil davon soll in Geschäften und bei Vereinen ausgelegt werden. „Wir wollen alle 3200 Haushalte Münsters erreichen“, sagt Birgit Läpple. Die Vorsitzende des Elternbeirats in der Kindertagesstätte Austraße hat dafür Straßen von Münster auf 25 Personen aufgeteilt. Und Simone Krause lässt bei der Aktion auch die Kinder mitmachen: „Die dürfen auch Flyer einwerfen. Schließlich geht es uns doch um die Kinder.“

Ihre größte Anliegen für die Tagesstätte Moselstraße fasst der Vorschlag 2674 zusammen: „Einen Anbau für eine neue Kleinkindgruppe und eine richtige Küche“, wünscht sich Krause. Der Kinder-garten wandle sich derzeit in einen Ganztagesbetrieb, und dafür sei die derzeitige Teeküche viel zu klein.

„Wir sind in Drängelposition gegangen“

Für einen kompletten Neubau an der Austraße setzt sich Birgit Läpple mit dem Vorschlag 2680 ein. Die Einrichtung sei seit Jahren sanierungsbedürftig. Der Bau biete zu wenig Platz und entspreche nicht mehr dem heutigen Standard. „Aus den Räumen kann man nichts mehr rausholen – der Schlafraum war früher einmal die Putzkammer.“

Um hier Verbesserungen zu erreichen, wollen die Elternbeiräte alle Einwohner Münsters auf den Bürgerhaushalt hin-weisen. „Die Leute sollen merken, dass sie Einfluss zu Gunsten aller Kinder Münsters nehmen können.“

So hoffen die Elternbeiräte auf viele gute Bewertungen. Ihre Vorschläge müssen unter die Top 100 kommen, damit sie im Gemeinderat beraten werden. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Doch eines sieht Läpple schon erreicht: „Wir sind in Drängelposition gegangen.“

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