Tatort „Die Wahrheit“ Münchner Polizei macht auf Twitter den Faktencheck

Von jub 

Obwohl die Suche nach der Wahrheit die „Tatort“-Kommissare Batic und Leitmayr an ihre emotionalen Grenzen bringt: Biertrinken im Dienst ist streng tabu, nicht einmal alkoholfreies Bier ist erlaubt, berichtet die Polizei München auf Twitter am Sonntagabend. Foto: Bayerischer Rundfunk
Obwohl die Suche nach der Wahrheit die „Tatort“-Kommissare Batic und Leitmayr an ihre emotionalen Grenzen bringt: Biertrinken im Dienst ist streng tabu, nicht einmal alkoholfreies Bier ist erlaubt, berichtet die Polizei München auf Twitter am Sonntagabend. Foto: Bayerischer Rundfunk

Die Münchner Polizei hat den „Tatort: Die Wahrheit“ am Sonntagabend in Echtzeit auf Twitter begleitet. Sie ordneten das Geschehen in den realen Polizeialltag ein, meldeten sich bei unrealistischen Szenarien und beantworteten hunderte Fragen zur Polizeiarbeit.

München - 90 Minuten reichen nicht aus: Beim Münchner „Tatort: Die Wahrheit“ gelingt es den Kommissaren Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) nicht, den Täter zu finden, der einen Familienvater vor den Augen seiner Frau und seines Kindes ersticht. Viele Zeugen haben den Mord zwar beobachtet, doch jeder schildert die Tat anders. „Die Wahrheit“ lässt sich innerhalb der 90 Minuten nur schwer finden.

Doch das war nicht das einzig Ungewöhnliche beim Münchner „Tatort“ am Sonntagabend in der ARD: Erstmals haben echte Polizeibeamte den gesamten Krimi in Echtzeit auf Twitter begleitet. Markus Ellmaier und Florian Hirschauer aus dem Social-Media-Team der Polizei ordneten gemeinsam mit dem Außendienstleiter der Münchner Polizei, einem Psychologen aus dem Bereich Operative Fallanalyse und einem Polizeibeamten von der Mordkommission das Geschehen ein, machten einen Faktencheck und beantworten von 20 bis 23 Uhr mehrere hundert Zuschauer-Fragen.

In rund 75 Tweets beantworteten die Polizeibeamten auf Twitter Fragen wie: Werden tatsächlich vor allem Männer zu Mördern? Nehmen Ermittler wirklich in der Not manchmal Menschen auf, wie im „Tatort“ das Kind des ermordeten Familienvaters? Was sind die häufigsten Mordmotive? Und wie geht die Polizei mit möglichem Beweismaterial um?

Die Polizeibeamten verrieten auch, dass die häufigsten Mordmotive Habgier und Eifersucht sind. Außerdem klärten sie darüber auf, dass – entgegen der Darstellung in typischen Kriminalfilmen – Alkohol in jeder Form im Dienst absolut tabu ist – erst recht, wenn man mit Blaulicht unterwegs ist. Sogar alkoholfreies Bier ist streng verboten.

Doch die Polizisten waren nicht nur bierernst, sondern verbreiteten per Twitter auch „unnützes Wissen“, wie etwa zum Desktophintergrund der Polizei oder teilten einige amüsante Anekdoten aus dem Alltag:

Im kommenden Jahr soll der „Tatort: Die Wahrheit“ übrigens weitererzählt werden. Und die Münchner Polizei ist sich sicher, dass der Mörder dann gefasst wird: „Früher oder später kriegen wir ihn. Was anderes gibt’s da net.“

Die Münchner Polizei ist besonders social-media-affin

Verglichen mit vielen anderen Polizei-Dienststellen ist die Münchner Polizei besonders affin, was soziale Medien und Öffentlichkeitsarbeit angeht. Nach dem Amoklauf in München im Juli wurde vor allem der Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins von mehreren Seiten aus sehr deutlich gelobt, da er souverän, sachlich und ruhig die Bürger informiert habe.

Am Ende des Tatorts gaben die Münchner Polizeibeamten auch noch ihr persönliches Fazit zum „Tatort: Wahrheit“ ab: Die Drehbuchautoren hätten eine gute Arbeit gemacht.

Wir finden: Auch ihr, liebe Münchner Polizeibeamten, habt am Sonntagabend ziemlich gute Arbeit gemacht. Danke dafür, wir freuen uns auf das nächste Mal!

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