Zwei Nachbarkreise schlagen den Rems-Murr-Kreis im direkten Vergleich Foto: STZN

Für die Müllgebühren im Rems-Murr-Kreis gibt es 2017 im Vergleich gute, aber nicht mehr die günstigsten Tarife im Vergleich zu den Nachbarkreisen.

Rems-Murr-Kreis - Wer ist der günstigste kommunale Entsorger in der ganzen östlichen Region? Der Rems-Murr-Kreis, der seine Gebühren im Laufe der Zeit gesenkt hat, gehört bezüglich der Gebühren zu den günstigeren Müllentsorgern – er wird jedoch in zwei Nachbarkreisen unterboten. Das ergibt sich aus einer Gegenüberstellung der Gebührentarife. Weil Tonnengrößen, Abholrhythmen und andere Unterschiede keinen direkten Vergleich zulassen, bildet dabei ein Musterhaushalt die Vergleichsgrundlage. Ausgegangen wird von einem Privathaushalt mit vier Personen, die eine 60-Liter-Tonne für den Restmüll zweiwöchentlich abholen lassen, die günstigste Biomüllabholung buchen und zwei Kubikmeter Sperrmüll entsorgen lassen.

Bei den Gebühren, die dabei entstehen, sind zwei Nachbarkreise günstiger als der Rems-Murr-Kreis: Esslingen und Heilbronn. Den Hauptunterschied macht dabei die Sperrmüllabfuhr aus. Im Kreis Esslingen werden sogar zweimal jährlich ohne Zusatzkosten zwei Kubikmeter abgeholt, im Kreis Heilbronn einmal jährlich. Im Rems-Murr-Kreis kostet hingegen jede Sperrmüllfuhre 15 Euro, egal ob Abholung oder Anlieferung bei der Deponie.

Behältertarif schlägt Grundgebühren

Den Unterschied macht auch aus, dass es im Kreis Esslingen, dem Spitzenreiter, einen reinen Behältertarif gibt – egal, wie viel Personen im Haushalt wohnen. Im Rems-Murr-Kreis zahlen hingegen Singles acht Euro weniger Grundgebühr als ein Vier-Personen-Haushalt.

Hinter dem Rems-Murr-Kreis steigen jedoch in der Auflistung die Gebühren deutlicher an. Rund 30 Euro wird für die Müllabholung im Kreis Göppingen mehr berechnet, der Ostalbkreis und der Kreis Schwäbisch Hall verlangen von der gleichen Musterfamilie rund 50 Euro mehr Müllgebühr als der Rems-Murr-Kreis.

Diese beiden Nachbarkreise leisten sich Systeme, bei denen die Gebühren von der Zahl der Abholungen abhängig ist, was offensichtlich mehr ins Geld geht. Nötig ist dafür eine Aufrüstung der Mülltonnen mit bestimmten Chips, die dann vom Müllauto bei der Leerung erkannt und später verbucht werden. Man habe über die Einführung solcher Systeme im Kreisrat öfters intensiv diskutiert, heißt es aus dem Waiblinger Landratsamt. Der technische Aufwand sei jedoch höher, zudem habe ein solches System in anderen Landkreisen die Müllmenge nicht wie erhofft reduziert.

Gebührenentwicklung „nicht seriös prognostizierbar“

Am System, dass die Müllmarken verkauft und die Grundgebühren getrennt erhoben werden, will man im Rems-Murr-Kreis festhalten. Die Palette der abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen gehe weit über die Entsorgung des Rest- und Biomülls hinaus, begründet das Landratsamt. Der Gesetzgeber habe den Landkreisen bei der Festlegung des Tarifsystems viel Ermessensspielraum gelassen. Eine Notwendigkeit, aufgrund von neuen gesetzlichen Vorgaben das geltende System zu ändern, bestehe zurzeit nicht. Und wie sich die Müllgebühr in den kommenden Jahren entwickle, könne zurzeit „nicht seriös prognostiziert werden“.

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