Im Leonhardsviertel häufen sich Müllberge, Anwohner und Wirte sind entsetzt. Trotz Reinigung der Stadt kehrt der Unrat zurück – nun sollen Mülldetektive die Verursacher finden.
„So schlimm war es noch nie“, klagt Patrick Witz, der Betreiber der Fou Fou Bar an der oberen Leonhardstraße. Etwa zwei Wochen lang haben sich Müllberge direkt vor dem Eingang seines Lokals getürmt. Vollgestopfte Plastiktüten, umgekippte Tonnen, Gitter, Sperrmüll, wohl Reste einer Haushaltsauflösung, „Das ist kein Stadtbild, das man akzeptieren kann“, findet er. Viele Anwohnerinnen und Geschäftsleute teilten seine Sorge und berichteten von zunehmender Vermüllung in ihrer Nachbarschaft.
Dreimal die Woche kommt die Straßenreinigung
Auf Nachfrage unserer Redaktion zu dem Müllchaos in der Altstadt hat die Stadt umgehend reagiert. Wie die Pressestelle mitteilt, ist das gemeldete Müllchaos an der oberen Leonhardstraße noch am Donnerstag entfernt worden. Die Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) teilt mit, dass sie „mit erheblichem Aufwand“ für Sauberkeit sorge. Es gebe tägliche Kontrollen, und dreimal die Woche sei die Straßenreinigung im Viertel unterwegs.
Doch die wilde Müllentsorgung bleibt ein hartnäckiges Problem. An manchen Straßenecken türmt sich der Unrat erneut, kaum dass der vorherige Müll beseitigt wurde. Besonders Sperrmüll werde immer wieder illegal abgeladen, so die AWS.
Ist Geld da für Mülldetektive?
Für den kommenden Doppelhaushalt hat die Stadt deshalb sogenannte Mülldetektive beantragt, wie die Pressestelle mitteilt. Diese sollen künftig die Verursacher ausfindig machen. Gleichzeitig betont ein Rathaus-Sprecher: „Letzten Endes stammt der Müll von Stuttgarterinnen und Stuttgartern selbst. Wer seine Nachbarschaft vermüllt, schadet allen – und Zeugen können helfen, die Verantwortlichen zu melden.“