Noch immer im Betrieb: An der Voggenbergmühle in Alfdorf wird der Mühlentag eröffnet. Foto:  

Am Pfingstmontag ist wieder Mühlentag. Welche der Technikveteranen in der Gegend um Welzheim für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, lesen Sie hier.

Welzheim - Kein Pfingstmontag ohne Mühlenerlebnis. Auch in diesem Jahr werden die vielen Fans der historischen Mahlbetriebe im Schwäbischen Wald auf ihre Kosten kommen. Am 10. Juni ist es wieder so weit: dann können insgesamt zwölf der Technikveteranen rund um Welzheim von ihren Bewunderern bestaunt und inspiziert werden. Nachdem im Vorjahr das Jubiläum 25. Mühlentag gefeiert wurde, gleichzeitig die frisch gekürte schwäbische Waldfee ihren Dienst antrat und die sogenannte Hummelgautsche ein neues Wasserrad erhielt, wollen es die Eventmanager mit dem Welzheimer Dietrich Frey an der Spitze in diesem Jahr etwas ruhiger angehen lassen.

Mühlentag wird an der Voggenbergmühle eröffnet

Dennoch rechnet Frey damit, dass die Anziehungskraft, die von den alten Korn-, Säg- und Ölmühlen ausgeht, auch jetzt wieder nostalgisch angehauchte Zeitgenossen in Scharen anlocken wird. Mit anderen Worten: Es ist nicht leicht, sich dem verlockenden Charme der Mühlenoldies zu entziehen, diesen Relikten eines Berufsstandes, der längst Geschichte ist.

Eröffnet wird diesjährige Mühlentag an der Voggenbergmühle, zuständig dafür ist Michael Segan, der Alfdorfer Rathauschef. Während die alten Mühlen im Schwäbischen Wald heute fast nur noch museale Anschauungsobjekte sind, die Einblick in den Mülleralltag längst vergangener Tage geben, ist die Voggenbergmühle die einzige ihrer Art entlang des Mühlenwanderwegs, die noch gewerblich schafft und Mehl produziert. 1524 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte sie einst dem Kloster Adelberg. Seit drei Generationen ist sie ein Familienunternehmen. Derzeitiger Chef ist Gerhard Meyer, der nächstes Jahr das Rentenalter erreicht und dann an seinen Sohn Bernd übergeben will.

Der Mülleralltag war hart

Einst ist die Mühle, idyllisch im Tal der Rot gelegen, von einem Wasserrad angetrieben worden, doch seit 1944 sorgen eine immer noch funktionierende Turbine und der angeschlossene Stromgenerator für den Dreh, den jede Mühle braucht. Neun Tonnen Weizen schaffen ihre Walzenstühle in 24 Stunden. Mit einem vor 13 Jahren eingerichteten Mühlenladen haben sich die Meyers ein zweites wirtschaftliches Standbein geschaffen.

Dass das Müllerdasein längst vergangener Tage kein Schleckhafen war, lässt sich nach Meyers Worten schon allein am ewigen Treppauf, Treppab in dem dreistöckigen Mühlenbau nachvollziehen, das sei immer eine kräftezehrende Angelegenheit gewesen. All dies und noch viel mehr können Neugierige erfahren, die sich am zweiten Pfingstfeiertag in der Voggenbergmühle umsehen und Gerhard Meyers Erläuterungen lauschen.

Technik-Oldies locken Menschen aus der ganzen Region an

Eines der Erfolgsgeheimnisse des alljährlichen Mühlentags sind laut Dietrich Frey in erster Linie die längst stillgelegten Technikveteranen, deren Funktions- und Bauweise die Besucher ganz besonders faszinieren. Fachkundige stehen zwischen 11 und 17 Uhr bereit, die Mühlenfreunde in die Geheimnisse der Mühlen einzuweihen und die Zuhörer dabei mit so mancher Geschichte zu überraschen. Im Schwäbischen Wald gab es früher, wie könnte es anders sein, auch etliche Sägmühlen. An zwei von ihnen, der Hummelgautsche und der Brandhöfer Mühle, soll gezeigt werden, wie auf die althergebrachte Weise mit Wasserkraft Baumstämme in Bretter verwandelt wurden.

Wer zu Fuß das Mühlenviertel im Schwäbischen Wald erkunden will, wird nun auch auf zwei weitere Mühloldies stoßen. Der Rundweg 4 des Mühlenwanderwegs führt nun auch zur Ölmühle in Rudersberg-Michelau und der Rundweg 5 zur Glattenzainbachmühle in Murrhardt-Kirchenkirnberg.

Das erwartet uns am Mühlentag:

Gottesdienst Bevor der Mühlentag am Pfingstmontag um 11 Uhr an der Voggenbergmühle eingeläutet wird, gibt es dort eine Stunde vorher einen „Kirche im Grünen“-Gottesdienst. Solche gibt es außerdem jeweils um 10 Uhr auch an der Hagmühle, der Hundsberger Mühle und der Kirchenkirnberger Mühle.

Mühlentag Wie die betagten Mahlbetriebe einst arbeiteten, lässt sich bei folgenden Technikveteranen besichtigen: Die Meuschen-, Menzles-, Glattenzainbach-, Heinles- Hag- und die Hundsbergermühle stehen offen, dazu kommen die Michelauer- und die Brandhöfer Ölmühle.

Außerdem sind mit von der Partie die Rümelinsmühle in Murrhardt und die Seemühle in Weissacher Ortsteil Unterweissach, die beide ebenfalls noch gewerblich tätig sind, aber nicht im Zentrum des Welzheimer Mühlenviertels liegen. Übrigens: die Mühlenfreaks brauchen nicht zu hungern, überall gibt es was zu beißen und möglicherweise können sie dabei, wenn sie Glück haben, auch den Anblick eines sich drehenden Mühlrads genießen.

Im Detail Weitergehende Infos über den Mühlentag gibt es auch im Internet unter www.deutsche-muehlen.de sowie unter muehlenwanderweg.com

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