Mückenschwarm am Bodensee bei Tettnang (Archiv). Foto: dpa/Felix Kästle

Nach der Flut kommt die Mückenplage nach Süddeutschland. Zugestochen wird nachts im Bett, in der Nähe von Gewässern oder sogar tagsüber in der Stadt. Laut Medienberichten sind Mückenspray, DEET & Co. stark nachgefragt.

Rund um den Bodensee und auch in Bayern ist in diesem Sommer eine regelrechte Mücken-Invasion zu beobachten. Die lästigen Insekten schwirren in Scharen umher und quälen die Menschen mit ihren Stichen. Die Ursache liegt in den jüngsten Überschwemmungen, die ideale Brutstätten für die Mücken geschaffen haben. Deren Larven entwickeln sich in stehenden Gewässern, und dank der warmen Temperaturen schlüpfen die Tiere bereits nach wenigen Tagen.

 

Angesichts der Plage und der zunehmenden Verbreitung der Tigermücke ist Mückenschutz wie Spray oder Salbe stark nachgefragt. In etlichen Apotheken und Drogeriemärkten, insbesondere in den von Überschwemmungen betroffenen Regionen, sind diese Produkte mittlerweile knapp oder sogar ausverkauft.

Ansturm auf Mückenschutz, Mückenspray, DEET

Laut dem Handelsverband Bayern gibt es einen „regelrechten Ansturm“ der Kunden auf Mückenschutzmittel. Auch der Bayerische Apothekerverband bestätigt laut Medienberichten erste Engpässe. In Baden-Württemberg ist unterdessen noch nichts über nennenswerte Knappheiten bekannt geworden. Einzelne Produkte können allerdings örtlich vergriffen sein und müssen in diesem Fall von den Händlern nachbestellt werden. In der Regel ist Mückenschutz wie das beliebte aber nicht ganz unumstrittene Produkt DEET jedoch ausreichend verfügbar.


Mückenschutz nach Regenguss

Die Biologin Doreen Werner, die den bundesweiten „Mückenatlas“ leitet, spricht gegenüber der „Bayerischen Staatszeitung“ zwar noch nicht von einer Plage im wissenschaftlichen Sinne, erwartet aber keine schnelle Entspannung. Mücken haben eine Lebensdauer von vier bis sechs Wochen und schlüpfen in Etappen. Mit jedem neuen Regenguss werden weitere Larven aktiviert. Werner rechnet damit, dass die Mücken noch bis zum Ende des Sommers für mehr Verdruss sorgen werden als in anderen Jahren.