Am Block vorbei: Stuttgarts Michaela Mlejnkova. Foto: Tom Bloch

Enttäuschung bei den Bundesliga-Volleyballerinnen von Allianz MTV: Nach dem 0:3 in Schwerin sieht es so aus, als wird Stuttgart auf Rang drei ins Ziel der Normalrunde gehen.

Schwerin - Schwerin - Die Crunchtime, ein Begriff, der zumeist im Basketball verwendet wird, bezeichnet die entscheidende Phase eines Duells zweier Teams. Während des Pokalfinales vor drei Wochen haben Stuttgarts Volleyball-Frauen in der Crunchtime das Spiel gedreht und sich den dritten Titel geschnappt im Duell mit dem SSC Palmberg Schwerin. Im Liga-Hinspiel in der Scharrena kurz vor Weihnachten waren es die Nordlichter, die es im Tiebreak schafften, Allianz MTV Stuttgart zu bezwingen. Das Rückspiel am Samstag, zugleich wichtiges Armdrücken im Kampf um die Tabellenspitze, hatte gleich dreimal eine Crunchtime – am Ende jeden Satzes. Und gleich dreimal waren es nur Nuancen, die gefehlt haben, um dem übermächtigen Gegner erneut eins auszuwischen.

Stuttgart unterlag in einem hochklassigen Schlagabtausch vor 2000 Zuschauern mit 0:3 (23:25, 22:25, 24:26). Der Unterschied zum Pokalfinale? Die Crunchtime. „Wir waren konsequenter“, sagte Schwerins Maren Brinker, „einbrechen wie in Mannheim, das soll uns nicht noch mal passieren. Wir haben einfach immer weiter gemacht.“

Erneut treffen sich zwei Teams auf Augenhöhe

Trotz unterschiedlicher finanzieller, personeller und organisatorischer Ausstattung trafen sich erneut zwei Mannschaften auf Augenhöhe. „Es haben immer nur zwei, drei Punkte pro Satz gefehlt“, sagte Stuttgarts Spielführerin Kim Renkema. Trainer Guillermo Naranjo Hernández, enttäuscht und angefressen, bemängelte Schwächen im Block, den ineffizienten Aufschlag und die fehlende Aggressivität, die es eben benötigt, wenn man in einem Spitzenspiel über sich hinauswachsen muss. Die Konsequenz: Durch die Niederlage ist der Platz an der Sonne futsch. Aller Voraussicht nach wird Stuttgart auf Rang drei ins Ziel der Normalrunde gehen. Und aller Voraussicht nach wird es dann bereits im Halbfinale das Duell mit dem Erzrivalen Dresdner SC geben. Dies alles, wenn es in der Crunchtime der Saison nicht zu Überraschungen kommt.

Zum Stuttgarter Volleyballtross gehören Angehörige aus elf verschiedenen Nationen, doch alle eint eines: Die Müdigkeit angesichts des dicht gedrängten Spielplans. Nach zweimal zehn Stunden Busfahrt zum Schwerin-Spiel stehen nun zweimal zehn Stunden Busfahrt für den Einzug ins Viertelfinale im europäischen CEV-Cup an, für das Stuttgart am Mittwoch um 18 Uhr beim tschechischen Meister LK Agel Prostejov antritt. Und nächstes Wochenende findet in der Scharrena gleich ein Liga-Doppelspieltag statt: Samstag gegen USC Münster, Sonnta gegen den VCO Berlin. Keine Atempause, Crunchtime eben.

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