Miley Cyrus führte als Moderatorin durch den Abend. Ihre Outfits wurden im Verlauf des Abends immer knapper. Foto: dpa

Eigentlich sollte es bei den MTV Video Music Awards ja um die Preise gehen. Doch die knappen Outfits der Stars, eine verwirrende Rede unter Drogeneinfluss und die mehr oder weniger inszenierten Streitereien sorgten wieder für jede Menge Unterhaltung.

Los Angeles - Wenn Miley Cyrus (22) eine Preisverleihung moderiert, scheint die Skandalträchtigkeit der Veranstaltung vorprogrammiert zu sein. So war es dann auch in diesem Jahr bei den MTV Video Music Awards. Doch nicht nur die extravaganten Outfits der Sängerin sorgten für Aufsehen.

Zunächst einmal gab es eine öffentliche Versöhnung: Sängerin Taylor Swift, die fünf Awards abräumte, und Rapperin Nicki Minaj legten einen Twitter-Streit bei. Darin ging es um Swifts Musikvideo zum Song „Bad Blood“, das ihre Fans im Mai allein in den ersten 24 Stunden 20,7 Millionen Mal angeklickt hatten. Damit wurde der Rekord von Nicki Minajs „Anaconda“ gebrochen - Minaj hatte Swift deshalb später auf Twitter heftig angegriffen. Ein inszenierter Streit? Jedenfalls traten die beiden bei den Video Music Awards gemeinsam auf und umarmten sich.

Minaj: Miley Cyrus ist ein „Miststück“

Dafür legte sich Minaj mit Moderatorin Miley Cyrus an - bei ihrer Dankesrede, nachdem sie einen Preis für „Anaconda“ als bestes Hip-Hop-Video gewonnen hatte. „Nun zurück zu diesem Miststück, das neulich in der Presse viel über mich zu sagen hatte“, sagte Minaj und deutete auf Cyrus. Die hatte sich kürzlich in der „New York Times“ zum Twitter-Streit mit Swift geäußert und Minaj als „nicht sonderlich nett“ bezeichnet.

Derweil wurden Cyrus’ Kostüme von Minute zu Minute knapper. Legendär ist nach wie vor ihr „Twerking“, das übertrieben reizvolle Wackeln mit dem Po, bei der Preisverleihung vor zwei Jahren. „Ich habe schon so ziemlich alles auf dieser Bühne gemacht. Nur nichts, was mich zur Moderation qualifiziert, aber hier bin ich jetzt“, sagte sie. MTV könne ihr nur aus einem Grund den Job gegeben haben: „Die haben das als einzige Chance gesehen, mich von einem Auftritt abzuhalten.“

Kanye West wollte nach Joint US-Präsident werden

Für seltsame Blicke und Schulterzucken sorgte ein anderer, der einen Preis außer Konkurrenz bekam: Kanye West erhielt den „Michael Jackson Video Vanguard Award“. Zuerst sagte er gar nichts. Dann stammelte er zwölf Minuten vor sich hin und wechselte von einem Thema zum anderen. Über Kindeserziehung, Philosophie und „die Wahrheit“ sprach er, über Künstler, Selbstbewusstsein und seinen Großvater. Und dann der große Hammer: „Ihr ahnt es, ich habe mich entschieden: Ich werde im Jahr 2020 als Präsident der Vereinigten Staaten kandidieren.“

Alles ein Spaß? Zumindest enterten seine Fans den Eintrag über West bei Wikipedia und pflasterten ihn mit „Kanye for President“ voll. Mitten im Artikel stand „Kanye muss 2016 schon kandidieren. Wir brauchen vorher keinen Rassisten als Präsidenten.“ Die Einträge verschwanden erst nach zwei Stunden und schrittweise von der Seite.

Stand der 38-Jährige unter Drogen? Vermutlich ja, denn er sagte selbst: „Ihr fragt Euch jetzt vielleicht: Hat er was geraucht vor dem Auftritt? Die Antwort ist: Ja, ich habe mir eine gedreht, um ein bisschen Spannung abzubauen.“ Und Moderatorin Cyrus sagte nach dem seltsamen Auftritt grinsend: „Wow, jetzt wissen wir, wie Kanye drauf ist, wenn er Gras geraucht hat.“ Auch sie selbst ist auf Fotos zu sehen, wie sie an einem Joint zieht. Dazu trägt die 22-Jährige eine enge rosafarbene Plastikhaut, beschriftet mit aufblasbaren Buchstaben, die sich „Do It“ lesen.

Die schrägsten Outfits in unserer Bildergalerie.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: