MTV Stuttgart feiert 175-Jahr-Jubiläum MTV bedeutet „Menschenturnverein“

Von Tom Bloch 

Sport vereint: Zum  Festakt des MTV Stuttgart strömten Ehrengäste aus  Sport,  Politik und  Wirtschaft ins Bürgerzentrum West. Foto: Tom Bloch
Sport vereint: Zum Festakt des MTV Stuttgart strömten Ehrengäste aus Sport, Politik und Wirtschaft ins Bürgerzentrum West. Foto: Tom Bloch

Mit einem großen Festakt hat der MTV Stuttgart sein 175-jähriges Bestehen gefeiert. Zu den Ehrengästen zählte auch Oberbürgermeister Fritz Kuhn.

Feuerbach - In den Anfangsjahren hat Disziplin, „Hände an die Hosennaht“, und Strammstehen das Bild des Vereins geprägt. Damals, als Sport noch „Körperertüchtigung“ oder „Leibeserziehung“ hieß. Am 23. Oktober 1843 wurde der MTV Stuttgart als „Stuttgarter Turngesellschaft“ gegründet.

175 Jahre später werden die Stuttgart Valley Rollergirls als Deutsche Rollerderby-Meisterinnen zur Mannschaft des Jahres gekürt. Frauen holen sich also den begehrtesten Titel des Männerturnvereins. Kein Wunder: Frauen haben schon längst einen Anteil von rund 50 Prozent im Verein erreicht, deshalb spricht Präsidentin Ulrike Zeitler auch lieber vom „Menschenturnverein“, wenn sie von ihrem MTV redet.

Dabei wird deutlich, das so ein alteingessener Verein nur so lange wirken kann, wenn er den Trends nicht widersteht, sondern modern bleibt. Über 300 Ehrengäste folgten dem Ruf des Jubilars ins Bürgerzentrum West, darunter Kultusministerin Susanne Eisenmann, Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Landtagspräsidentin Muhterem Aras und zahlreiche Vertreter von Verbänden, Vereinen oder Partnern des zweitältesten Stuttgarter Großvereins – nur die Schützengilde, deren Gründung bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, ist älter. Und nur der VfB Stuttgart hat mehr Mitglieder, als die 9000, die der MTV Stuttgart vermelden kann.

Lob und finanzielle Jubiläumsgaben

Ein Verein, an den die Kultusministerin „ausschließlich gute Erinnerungen hat.“ Susanne Eisenmann kennt den MTV schon aus ihrer Zeit als Sportbürgermeisterin als einen Verein, der „mit positiver Penetranz für seine Dinge wirbt.“ Und der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Drexler in seiner Eigenschaft als Präsident des Schwäbischen Turnerbundes (STB), zählte die Pioniertaten des Vereins auf: Der MTV-Mitbegründer Theodor Georgii war seinerzeit auch maßgeblich an der Gründung des Schwäbischen Turnerbundes beteiligt. „Der MTV war der erste Verein im STB, der einen hauptamtlichen Geschäftsführer hatte, das erste Fitness-Studio, die erste Kindersportschule Kiss, und ist auch seit langem im olympischen Spitzensport unser Partner“, sagte Drexler.

Nicht nur Lob, sondern auch finanzielle Jubiläumsgaben wurden bei dem Festakt überreicht. Von der Stadt Stuttgart gab es zum Beispiel die für so ein Vereinsjubiläum üblichen 150 Euro, wie Oberbürgermeister Fritz Kuhn betonte, „die auch schon überwiesen sind“. Doch die „gute konjunkturelle Lage hat es dem Gemeinderat möglich gemacht, den Verein mit weiteren 1,8 Millionen Euro für den Neubau einer mehrgliedrigen Halle am Kräherwald zu unterstützen,“ sagte Kuhn. Auch bei der Sanierung des dortigen Kunstrasenplatzes greift die Stadt mit weiteren 250 000 Euro unter die Arme als „wichtigen Beitrag für die Zukunft des Vereins“.

Anekdoten aus der Vereinsgeschichte

Die Laudatoren wurden unterbrochen von kurzweiligen Anekdoten aus der Vereinsgeschichte, vorgetragen von Geschäftsführer Karsten Ewald. Den Schlussakkord setzten die MTV Kids in schlabberigen Hoodies und Sweatpants mit Breakdance und Streetdance-Moves und unterstrichen damit, was den Großverein prägt und was dieser Club sich selbst zum Motto gemacht hat: Ein moderner Sportverein mit Tradition.

Redaktion Feuerbach

Ansprechpartner
Torsten Ströbele und Georg Friedel
feuerbach@stz.zgs.de

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