Ihre Mittellage ist ein Traum: die Sopranistin Miah Persson Foto: Good Company

Das Freiburger Barockorchester hat mit der Sopranistin Miah Persson und mit Kristian Bezuidenhout am Hammerflügel in Stuttgart eine glänzende Mozart-Gala geboten.

Stuttgart - Krasser als am Donnerstagabend im Mozartsaal kann ein Missverhältnis zwischen Zuschauermenge und gebotener Qualität kaum sein: Das Freiburger Barockorchester bot in großer Besetzung eine mit der Sopranistin Miah Persson und mit Kristian Bezuidenhout am Hammerflügel prominent besetzte „Mozart-Gala“ als Sonderkonzert jenseits des Abonnements an – was für nur schütteren Besuch sorgte, aber auch für einen Hauch von Exklusivität.

Auf dem Programm standen Arien und Konzerte Mozarts – Letztere schon deshalb musikalische Delikatessen, weil das Zusammenspiel von Hammerflügel und Orchester viel mehr Durchsichtigkeit und Leichtigkeit, intimere klangfarbliche Entsprechungen, eine ausgefeiltere Rhetorik und feinere Dialoge möglich macht, als sie zwischen modernen Instrumenten möglich sind. Kristian Bezuidenhout spielte virtuos mit dem Wechsel zwischen Integration (die er durch häufiges Mitspielen des Orchesterparts verstärkte) und exponierter solistischer Aktion. Vor allem nach dem virtuosen Finale des C-Dur-Konzertes KV 503 bejubelte das Publikum begeistert die ungemein flinken Finger des Pianisten, aber noch überzeugender war zuvor sein Zugriff auf den Andante-Satz, der hier fast wirkte wie filigrane Bläser-Kammermusik. Dass der Pianist zudem immer wieder aufstand, um dem Orchester dirigentische Impulse zu geben, wäre nicht nötig gewesen: Die Musiker schauen ohnehin aus Gewohnheit und mit gutem Grund vor allem auf ihren Konzertmeister Gottfried von der Goltz und dürften sich deshalb gelegentlich gefühlt haben wie Diener zweier Herren.

Ausgesprochen edle Gestaltung bot Miah Persson vor allem in den verhalteneren Passagen der Konzertarien „Vado, ma dove?“, „Bella mia famma, addio“ und „Non temer, amato bene“ (mit wundervoll dicht und verspielt geführtem konzertierendem Klavier), in denen sie dynamisch nicht allzu sehr forcieren musste. Die Mittellage der Sopranistin ist ein Traum. In der großen Arie „Dove son“ der Gräfin aus Mozarts „Figaro“ trauerte sie um die Liebe, gab aber eher der Hoffnung als der Verzweiflung Raum.

Ein innig und mit Liebe zum Detail dargebotenes Lied, Mozarts „Abendempfindung“, trieb als Zugabe die Intimität des Abends noch einmal auf die Spitze.

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