Am Samstag kamen zur Demo der Mountainbiker mehrere Hundert Teilnehmenden. Foto: Lichtgut/Rettig

Der Waldbeirat des Gemeinderats gibt ein Gutachten zur Nutzung des Waldes in Auftrag. Den Mountainbikern geht das alles nicht schnell genug – sie hoffen auf legale Trails im Wald.

Stuttgart - „Es dauert einfach zu lange“, sagt Benedikt Herré, der Vorsitzende des Stuttgarter Mountainbike-Vereins. Er meint damit den Prozess, den ein Antrag der Jungen Liste im vergangenen Jahr angestoßen hat: Es soll ein Freizeitkonzept für die Stuttgarter Wälder entstehen. Dieses, so die Hoffnung der Stadt und aller, die im Wald mit Mountainbikes unterwegs sein wollen, soll helfen, die Konflikte einzudämmen. „Aber da bewegt sich nichts, es ist ja jetzt schon fast ein Jahr vergangen“, sagt Herré. Der Antrag sei im vergangenen Winter gestellt worden.

Der Waldbeirat gibt ein Gutachten in Auftrag

Dem widerspricht Matthias Holzmann, der zuständige Abteilungsleiter im Forstamt. Im Oktober gehe ein Gutachten in Auftrag, aus dem ein Freizeitkonzept für den Stuttgarter Wald hervorgehen soll. An der Vorbereitung seien die Mountainbiker im Waldbeirat der Stadt beteiligt gewesen. Dass dieses Gutachten kommt, ist eine der Folgen des von Herré zitierten Antrags der Jungen Liste.

Polizei kontrolliert verstärkt im Wald

Die Diskussion darüber, wer was darf im Wald – vor allem im Sattel eines Mountainbikes – ist neu aufgeflammt, weil die Polizei verstärkt kontrolliert in den Wäldern. Das hat die Mountainbike-Gemeinde geärgert, und sie hat am Samstag protestiert. Unter anderem wurde dabei Kritik an der Zwei-Meter-Regel im Waldgesetz des Landes Baden-Württemberg laut. „Über diese kann sich die Stadt nicht einfach hinwegsetzen“, sagt Matthias Holzmann. Die Regel besagt, dass Fahrräder nur auf Waldwegen von mindestens zwei Meter Breite unterwegs sein dürfen. Doch Mountainbiker suchen die schmaleren Wege gerne auf.

Radfahrer hoffen auf Gesetzesnovellierung

„Wir hoffen grundsätzlich auf eine Novellierung dieses Gesetzes“, sagt Herré. Bis diese komme – falls sie überhaupt kommt –, setze der Verein auf Ausnahmen. Der Stadtwald sei durchzogen von Trails. Statt eines generellen Verbots würden die Radfahrer lieber eine Regelung sehen, bei der Verbote für Strecken ausgewiesen werden, wo diese sinnvoll seien.

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