Basiscamp von Bergsteigern am Mount Everest (Archivfoto). Foto: AP

Am Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, liegen die sterblichen Überreste von rund 200 verunglückten Bergsteigern und Sherpas. Sie zu bergen ist nicht nur schwierig und kostspielig, sondern auch lebensgefährlich. Tourenveranstalter bieten nun ihre Hilfe an.

Kathmandu - Kurz vor Saisonbeginn am Mount Everest gibt der tauende Schnee in Nepal die Körper verunglückter Bergsteiger frei. Tourenveranstalter fordern staatliche Unterstützung bei der Bergung der Leichen dieser am Berg gestorbenen Kletterer. „Wir können bei der Bergung helfen, brauchen dafür aber eine Genehmigung der Regierung“, sagte Damber Parajuli, Vorsitzender des Verbandes für Reiseveranstalter am Donnerstag in Nepal.

200 Leichen liegen unter dem Schnee begraben

Etwa 200 Leichen sollen Schätzungen zufolge in der Region unter dem Schnee begraben liegen. Todesursachen sind nach Angaben der nepalesischen Bergsteiger-Vereinigung meist Höhenkrankheit oder Stürze. Eine Bergung und Rückführung der Körper aus hohen Lagen sei oft mit zu großem Aufwand verbunden.

Hunderte Bergsteiger versuchen alljährlich während der Saison zwischen April und Mai, den weltweit höchsten Berg Mount Everest (8848 Meter) oder andere Gipfel des Himalaya zu erklimmen. Mehr als 400 Menschen sind bei dem Versuch bereits gestorben.

Am Donnerstag (21. März) wurde ein 64-jähriger Japaner tot am Fuß einer 800 Meter hohen Klippe in der Region Annapurna gefunden. Seine Leiche konnte nach Angaben der örtlichen Polizei geborgen werden.

Tote auf dem Dach der Welt

Der Mount Everest ist – gemessen an den Opferzahlen – einer der gefährlichsten Berge der Welt. Von 1925 bis Ende 2018 kamen an seinen Steilhängen fast 300 Menschen ums Leben.

Mehr als 100 Bergsteiger starben, weil sie keinen oder zu wenig Sauerstoff mitgenommen hatten. Weitere Todesursachen waren Stürze, Lawinen und körperliche Überforderung. Die meisten Toten liegen noch im Permafrost begraben.

2014 – Lawinenunglück an der Südseite

Eine der bisher folgenschwersten Unglücke ereignete sich am 18. April 2014, als eine Lawine 16 Sherpas nur wenige hundert Meter vom Basislager auf der nepalesischen Südseite in den Tod riss.

Ein Jahr später, am 25. April 2015, wurden durch ein Erdbeben der Stärke 6,7 eine Lawine gelöst, die am Basislager mindestens 18 Bergsteiger in den Tod riss.

1996: Everest-Unglück

Am 10. und 11. Mai 1996 versuchten mehr als 30 Bergsteiger auf geführten Touren den Gipfel zu erreichen, als sie von einem Wetterumschwung überrascht wurden. Fünf Kletterer auf der Südseite und drei auf der Nordseite kamen dabei ums Leben.

Der amerikanische Journalist Jon Krakauer, der selbst Mitglied einer der Expeditionen war, schrieb über das Unglück das Buch „In eisige Höhen. Das Drama am Mount Everest“ (1997).

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