Motorrad-Festival "Glemseck 101" Heiße Typen auf heißen Öfen

Von Hans-Jörg Ernst 

Röhrende Motoren und Benzingeruch in der Luft: Zehntausende Motorrad-Fans haben sich am Samstag beim Festival „Glemseck 101“ versammelt.

Leonberg - „Das hier ist wie Rock 'n' Roll und Motorradfahren ist Rock 'n' Roll“, sagt Winni, der mit seinem Motorrad in der Zeltstadt am Glemseck übernachtet hat und trifft damit das Lebensgefühl der meisten Biker hier. Spaß haben, röhrende Motoren, Benzingeruch in der Luft und das alles gemischt mit spektakulären Sprints auf der Achtelmeile. Dazu die unterschiedlichsten Typen mit ihren Maschinen, die kilometerlang aufgereiht geparkt sind.

Das ist das „Glemseck 101“ in seiner jüngsten Auflage. Bereits zum 10. Mal begeistert das Motorrad-Festival seine Fans. Das Hotel Glemseck mit dem Biergarten, zwischen Leonberg und Stuttgart, das im Zentrum des Spektakels steht, ist seit Jahrzehnten ein Motorrad-Mekka. An schönen Wochenenden treffen sich dort hunderte Biker. Zum Top-Highlight der Szene, dem „Glemseck 101“, eines der größten Motorradtreffen Europas, pilgern erneut Zehntausende. Dicht gedrängt schieben sich Menschenmassen am Samstagnachmittag entlang der zahlreichen Aussteller und Tuner, die ihre Zelte an der gesperrten Landesstraße aufgebaut hatten.

Promirennen auf der Achtelmeile

Auf der ehemaligen Start- und Zielgeraden der legendären Solitude-Rennstrecke wurden paarweise die Sprintrennen ausgetragen. Mittendrin der Bezirksjugendpfarrer Jürgen Schwarz, der zudem das Rutesheimer Gymnasium leitet. Zum „Late High Noon“, dem Promirennen auf der Achtelmeile, hatte er sich zum Showrun mit Jürgen Hauber getroffen, Kriminaloberrat und Leiter der Prävention beim Polizeipräsidium Ludwigsburg. „Ich fühle mich pudelwohl unter dem Segen des Herrn“, sagte Schwarz zum Wettkampf „Mr Holy Spirit vs. Mr Police“.

Unter der abgewetzten Lederjacke schaute der weiße Kragen seines Talars hervor. Ein letzter Blick hinüber zu Hauber, der startklar neben ihm stand, in historischer Polizeiuniform, passend zur BMW R50 aus den 60er-Jahren. Auch der hoffte auf göttlichen Beistand. Doch noch bevor die Startflagge den Asphalt berührte, war der Pfarrer auf seiner Triumph Bonneville schon auf und davon.

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