Ein Rennen der Serie ADAC MX Masters wird es dieses Jahr in Holzgerlingen nicht geben. Aber keine Angst, die KFV Kalteneck hat für hochwertigen Ersatz gesorgt. Foto: ADAC Motorsport/Steve Bauerschmidt

Eigentlich ist der Schützenbühlring im Maurener Tal bei Holzgerlingen eine regelmäßige Station in der Motocross-Rennserie ADAC MX Masters. Doch dieses Jahr nicht – es ist kompliziert.

Röhrende Motoren, fliegende Maschinen, tollkühne Piloten und tausende von Zuschauern – im Spätsommer gehört das auf dem Holzgerlinger Schützenbühlring einfach dazu. Schon etliche Male wurde die Motocross-Piste im Maurener Tal zur besten Strecke der Rennserie ADAC MX Masters gewählt, die KFV Kalteneck als bester Veranstalter ausgezeichnet.

 

Doch in dieses Jahr wird das MX Masters an dieser Stelle keine Station machen. Um die Gründe dafür zu erklären, muss man in die Vergangenheit blicken, genauer zurück in die Corona-Zeit. Damals, während der Pandemie, führte der ADAC einen Livestream für die Rennen ein, und seither legen der Verband und seine Sponsoren großen Wert auf diese Übertragung ins Internet.

Motocross-Start liegt auf dem Schützenbühlring mitten in der Strecke

Eigentlich kein Problem, allerdings gibt es für diesen Livestream ein spezielles Konzept, welches vorsieht, dass der Vorstart vor der Einführungsrunde vor einer großen Startrückwand stattfinden soll, auf der die Sponsoren der Motocross-Serie für alle sichtbar abgebildet sind. Nun ist es aber so, dass es in Holzgerlingen nicht möglich ist, eine solche Startrückwand aufzubauen, weil sich der Startpunkt mitten in den Strecke befindet.

„Man müsste den Startpunkt also verlegen, und das ist schwierig umzusetzen“, erklärt Pressesprecher Jens Nausch von der KFV Kalteneck. Machbarkeit ist der eine Aspekt, der andere ist der, dass die Verantwortlichen den Startpunkt eigentlich gar nicht verlegen wollen, denn er ist ein Alleinstellungsmerkmal „Dass der Start in der Mitte der Strecke stattfindet, gibt es sonst nirgendwo in Deutschland“, weiß Nausch. „Und wir sind damit sehr glücklich, weil der Start von fast jeder Stelle im Publikum aus gut einsehbar ist.“

Dass der Start in der Mitte der Strecke fürs Publikum so gut einsehbar ist, finden die Verantwortlichen der KFV Kalteneck gut. Foto: ADAC Motorsport/Steve Bauerschmidt

In Gesprächen mit dem ADAC suchten die Macher nach einer Lösung, fanden jedoch keine. „Der Leiter der ADAC-Sparte Zweiradsport hat da nochmal betont, dass es keine Alternative zu der Startrückwand mit den Sponsoren gibt, also haben wir uns vereinsintern Gedanken gemacht“, schildert Nausch. Die KFV Kalteneck musste eine Entscheidung treffen: Bewirbt sie sich innerhalb der Frist als Ausrichter eines internationalen MX-Masters-Rennens und riskiert eine Absage, um dann ganz ohne Veranstaltung dazustehen?

Die Verantwortlichen gingen lieber auf Nummer sicher, bewarben sich nicht fürs MX-Masters, sondern stattdessen für die Serie DMX. Das ist die nationale deutsche Meisterschaft, die ebenfalls unter dem Dach des ADAC läuft. „Von der Organisation her ist das auch deutlich abgespeckter – mit weniger Drumrum“, erläutert Jens Nausch. „National ist es aber das höchste Prädikat.“

Nach der Zusage steht nun auch der Termin dafür fest: Am 13. September steigt diese Eintagesveranstaltung. Die DM-Open ist dabei die höchste Klasse, außerdem gibt es noch die DM 125 und die DM 85, in denen Motocross-Maschinen mit kleineren Motoren über den Schützenbühlring jagen werden. Je Klasse gibt es zwei Rennen, also werden es insgesamt sechs sein.

Das ist aber noch nicht alles. „Weil wir uns der Jugendarbeit und -förderung verschrieben haben, wollen wir auch ein Jugendrennen pro Jahr ausrichten“, sagt Jens Nausch. Dieses steigt am 12. September, es soll ein Rennen der Serie BW-Cup sein.

Dass sich die Kraftfahrervereinigung für diese Vorgehensweise bei der Veranstaltungsplanung entschieden hat, bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Es wird möglich sein, das 100-jährige Jubiläum des ehemaligen Freibads in Holzgerlingen, welches seit langem schon als Vereinsheim der Kaltenecker fungiert, mit einem Mitgliederfest gebührend zu feiern. „Hätten wir ein Jugendrennen, das dreitägige MX Masters und das Jubiläum gemacht, wären die Helfer quasi dauerhaft eingebunden gewesen“, schildert Nausch. „So wie es jetzt ist, können wir die Arbeit im Verein besser verteilen. Für uns war das ein weiterer Hauptgrund, uns nicht fürs MX Masters zu bewerben.“

Die Türe in Richtung MX Masters sei aber keinesfalls zugeschlagen, betont der Pressesprecher. „Die Serie passt zu uns“, nickt er. Die Gespräche mit dem ADAC für 2027 finden unter der Prämisse statt, „dass wir mit den Voraussetzungen leben müssen, die wir da unten haben“. Jens Nausch sieht die KFV Kalteneck jedoch in einer guten Verhandlungsposition: „Der Schützenbühlring ist eine Hartbodenstrecke – und an denen fehlt es dieses Jahr im MX Masters, denn sechs von den sieben Strecken 2026 sind Sandstrecken.“