OB Fritz Kuhn zeigt sich offen für Gespräche über repräsentative Moschee Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

OB Fritz Kuhn versteht die Forderung der Muslime, eine repräsentative Moschee in der Stadt zu errichten. Die Stadt sei offen für Gespräche mit der islamischen Gemeinde. Offen ist die Frage nach dem Standort.

Stuttgart - Der Stuttgarter OB betrachtet Pläne für den Bau einer großen ­Moschee in der Landeshauptstadt wohlwollend. „In unserer Stadt leben etwa 65 000 Muslime, das sind rund zehn Prozent der Bevölkerung. Der Wunsch nach einer repräsentativen Moschee ist daher verständlich“, erklärte Fritz Kuhn (Grüne) den Stuttgarter Nachrichten. Die Stadt sei „selbstverständlich offen für Gespräche mit der muslimischen ­Gemeinde“. Gari Pavkovic, Leiter der Abteilung Integration der Stadt, hatte vergangene Woche bestätigt, dass es hierzu 2014 bereits einen ersten Austausch mit muslimischen Gemeinden gab.

Ali Ipek, Landeskoordinator Württemberg der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), weist auf den Bedarf für eine zentral gelegene Moschee hin: „Zentrumsnah gibt es bisher keine Möglichkeit für Muslime zu beten.“ Ein Moscheebau nahe der Innenstadt könne in sechs bis acht Jahren möglich sein.

Muslimischer Verband hofft auf intensiven Austausch mit Bürgern

Damit könnte das an die City anschließende Rosensteinviertel für einen Neubau in den Blick kommen. Kuhn hat für Ideen zur späteren Nutzung der heutigen Gleisflächen für dieses Jahr eine Bürgerbeteiligung angekündigt. Die Flächen werden nach der geplanten Eröffnung des Tiefbahnhofs Ende 2021 frei.

Junge Muslime, die in Stuttgart aufgewachsen seien, häufig hier studierten und sich in der Stadt zu Hause fühlten, wünschten sich einen Ort, mit dem sie sich identifizieren können, sagt Ipek. Eine zentrale Moschee könne diesen Wunsch erfüllen. Es sei zwar nicht einfach, die Akzeptanz der breiten Bevölkerung dafür zu gewinnen. Stuttgart sei jedoch eine offene Stadt. Er hoffe deshalb auf einen intensiven Austausch mit der Bevölkerung.

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