Die Zentralmoschee in Köln wurde 2018 eingeweiht. Mit dabei der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der frenetisch gefeiert wurde. Foto: dpa/Marius Becker

Der Dachverband lässt den Moscheeverein in Feuerbach im Regen stehen.

Das Neubauprojekt des Feuerbacher Moscheevereins hat im Stuttgarter Rathaus und vor Ort viele Unterstützer. Das liegt zum einen am Entwurf des Architekturbüros SL Rasch, das schon an Moscheeprojekten in Medina und Kairo beteiligt war. Zum anderen würden die Neubauten die Mauserstraße deutlich aufwerten. Die aktuellen Gebäude des Vereins stammen aus den 1930er Jahren und haben schon bessere Tage gesehen. Auch die geplante Tiefgarage könnte das Verkehrschaos etwas entschärfen, das vor allem zu Zeiten des Freitagsgebets herrscht, wenn mehrere Hundert Gläubige ihr Auto rund um die Mauserstraße abstellen wollen.

 

Aber es schwingen auch immer ein paar Bedenken mit, wenn man an die Baustelle denkt, die ein paar Jahre zu sehen sein wird. Noch ist die Finanzierung des Gesamtprojekts nicht in trockenen Tüchern. Noch sollen vor allem Container als Interimsgebäude für die Moschee und die anderen Räume des Vereins fungieren. Hilfreich wäre sicherlich, wenn der Ditib-Dachverband in Köln seine finanzielle Hilfe zusichern würde. Aber das ist bis heute nicht passiert. Warum? Der Feuerbacher Moscheevereinsvorsitzende Ismail Cakir hüllt sich in Schweigen – genauso wie der Dachverband selbst, der alle Anfragen unserer Zeitung wochenlang ignoriert hat. Ob das daran liegt, dass Cakir auch immer wieder öffentlich betont hat, dass er sich in Deutschland und nicht in der Türkei befinde? Der Ditib-Dachverband steht seit Jahren in der Kritik, weil ihm eine zu große Nähe und Abhängigkeit zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nachgesagt wird, der übrigens bei der Eröffnung der Ditib-Moschee in Köln vor Ort war. In Stuttgart hingegen begrüßt man die Einstellung Cakirs und auch seine Transparenz, die er immer wieder in Feuerbach an den Tag legt.