Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee in Saudi-Arabien sind zahlreiche Menschen verletzt und getötet worden. Foto: dpa

Ein Selbstmordattentäter hat in einer Moschee in Saudi-Arabien mindestens 15 Menschen in den Tod gerissen und neun weitere verletzt. Die Moschee steht auf einem Gelände der Anti-Terror-Polizei. Ein neuer IS-Ableger bekannte sich zu der Tat.

Riad - Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee in Saudi-Arabien sind mindestens 15 Menschen getötet worden. Wie das Innenministerium bekanntgab, kamen zwölf Sicherheitskräfte und drei weitere Personen ums Leben, als der Täter am Donnerstag in dem südwestlichen Ort Abha eine Bombe zündete. Neun weitere Menschen wurden demnach verletzt. Zunächst war von 17 Toten und Dutzenden Verletzten die Rede gewesen.

Laut der Zeitung "Arab News" stand die Moschee auf einem Gelände der Anti-Terror-Polizei. Bei den Toten handele es sich um Sicherheitskräfte des Sondereinsatzkommandos. Mehr als 60 Menschen seien verletzt worden. Der Anschlagsort liegt in der Grenzregion zum Bürgerkriegsland Jemen. Dort fliegt ein von den Saudis angeführtes Militärbündnis seit März Luftschläge gegen die schiitischen Huthi-Rebellen.

Neuer IS-Ableger bekennt sich

Zu dem Attentat bekannte sich eine neue Untergruppe der Terrormiliz IS, die sich „Hidschas-Provinz des Islamischen Staates“ nennt, über ein als IS-verbunden bekanntes Twitter-Konto. Auch die Terrorexperten der amerikanischen Site-Gruppe meldeten die Mitteilung des IS-Ablegers.

Nach Angaben des saudi-arabischen Innenministeriums deuteten erste Ermittlungen darauf hin, dass der Anschlag von einem Selbstmordattentäter mit einer Sprengstoffweste verübt wurde. In der Twitter-Mitteilung der IS-Gruppe hieß es, ein Selbstmordattentäter habe ein „Monument der Apostaten“ angegriffen.

In dem streng sunnitischen Königreich gibt es seit Monaten immer wieder Terroranschläge. Meist haben die Täter schiitische Moscheen zum Ziel. Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich bereits zu Attacken.

Schiiten sind in Saudi-Arabien eine Minderheit, die sich über Diskriminierung seitens des Staates beklagt. In einigen Gebieten der ölreichen Ostprovinz bilden Schiiten sogar die Mehrheit. In Saudi-Arabien ist der sunnitische Wahhabismus, eine besonders konservative Interpretation des Islam, Staatsreligion.

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