Der Ersatzbau für die Ditzinger Ditib-Moschee nimmt Gestalt an. Der Bauantrag liegt vor, aber noch sind nicht alle Fragen beantwortet.
Über die Pläne für den Moscheebau hat jetzt das Baurechtsamt der Stadt Ditzingen zu befinden. Entsprechen sie dem deutschen Baurecht? Das sei für die Behörde der alleinige Maßstab. Darauf verwies der Ditzinger Oberbürgermeister Michael Makurath (parteilos) am Dienstagabend eins ums andere Mal in einer Bürgerinformation.
Die Stadt hatte zu der Veranstaltung eingeladen. Unerwartet kam sie nicht: Die Verwaltung hatte diese Information vor gut anderthalb Jahren angekündigt, als sie die Pläne für den Moscheebau öffentlich machte. Sobald der Bauantrag eingereicht sei, wolle man wieder informieren, hieß es.
Es gibt architektonische Veränderungen
Im Vergleich zum vorigen Mal gab es aus architektonischer Hinsicht zwei Veränderungen. Verwaltungsgebäude und Sakralbau stehen nicht mehr separat, sondern sind baulich über ein gemeinsames Foyer verbunden, Der Zugang in den Vorraum des Gebäudes wird über eine überdachte Freitreppe in der Schuckertstraße geschaffen. Außerdem sind die Fenster im Verwaltungsgebäude halbrund, nicht mehr, wie ursprünglich vorgesehen, rechteckig. „Wir haben uns zunächst daran orientiert, dass die Moschee in einem Gewerbegebiet steht“, sagt der Stuttgarter Architekt Celal Aydin. Nachdem die Gebäude baulich sichtbar zusammenrückten, entwickelten sich die Pläne weiter. Die halbrunden Fenster finden sich nun nicht nur im Sakralbau, sondern auch im Verwaltungsgebäude.
Die Baurechtsabteilung der Stadt muss nun über den Bauantrag befinden. Unter anderem ein „Lärmgutachten wird zu erstellen sein“, sagte Oberbürgermeister Makurath auf Nachfrage aus dem Publikum. Gleichwohl schränkte er ein, dass „natürlich die Maßstäbe an ein Gewerbegebiet zugrunde gelegt“ werden. Rund 70 Bürger waren gekommen, darunter auch zahlreiche Mitglieder der islamischen Gemeinde sowie Mitglieder des Gemeinderats.
Mehrheit für Verhandlungen über Verkauf
Während die Verwaltung rechtlich die Pläne für den Ersatzbau der Moschee in der Gerlinger Straße zu prüfen hat, muss sich der Gemeinderat mit dem Grundstücksverkauf befassen. Die Moschee soll auf einem Grundstück gebaut werden, das derzeit der Stadt gehört. Geschäftspartner wird wohl Ditib Deutschland sein. Weil der Dachverband aber als deutscher Arm des türkischen Religionsministeriums in der Kritik steht, war dies auch im Gemeinderat kontrovers diskutiert worden. Dort wurde die Überlegung laut, ob nicht der Ditzinger Ditib-Moscheeverein Vertragspartner werden könnte. Ungeachtet dessen votierte die Mehrheit dafür, weiter über den Verkauf zu verhandeln.
Bei der Veranstaltung am Dienstag im Bürgersaal waren im Wesentlichen die in den vergangene Monaten schon ausgetauschten Argumente vorgebracht worden. Während Kritiker des Baus vor allem auf die aus ihrer Sicht ungünstige Lage im Gewerbegebiet – und die daraus möglicherweise resultierende Parkplatzknappheit – hinwiesen, machte die Vertreter der islamischen Gemeinde deutlich, dass sich die neue Moschee nur unweit der jetzigen Räume in der Gerlinger Straße befinde. Die Stadt will die bisherigen Räume kaufen, um das Gebäude abzureißen.