Der Angeklagte in dem Mordprozess finanzierte mit der Rente des Toten seine Spielsucht. Foto: dpa (Symbolbild)

Im Mordprozess um die zerstückelte Leiche eines Berliner Rentners fordert die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den 56-jährigen Angeklagten. Er hatte die Leichenteile in einer Tiefkühltruhe aufbewahrt.

Berlin - Im Mordprozess um die zerstückelte Leiche eines Berliner Rentners hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. „Er hat ihn bewusst und gezielt getötet, um die Rente zu kassieren“, sagte Staatsanwalt Reinhard Albers am Mittwoch in seinem Plädoyer. „Er verfolgte ein zügelloses Gewinnstreben.“ Es sei ein Mord aus Habgier, Heimtücke und zur Ermöglichung einer anderen Straftat gewesen. Der 56-Jährige habe die Tat minutiös geplant. Beantragt wurde auch, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

Ein Urteil des Landgerichts wurde nach den bisherigen Planungen noch am Mittwoch erwartet. Zuvor sollte noch die Verteidigung plädieren.

Mit dem Geld finanzierte Angeklagter seine Spielsucht

Der angeklagte Trödelhändler soll sich das Vertrauen des Witwers erschlichen, ihn um die Jahreswende 2006/2007 erschossen und rund zehn Jahre lang die Rente des Mannes in Höhe von etwa 2000 Euro im Monat kassiert haben.

Der 56-Jährige bestritt im Prozess den Mordvorwurf. Er will den Witwer bereits tot in dessen Wohnung gefunden, zerteilt und in einer extra angeschafften Kühltruhe versteckt haben. Mit dem Geld des Rentners habe er seine Spielsucht finanziert.

Die Staatsanwaltschaft wertete das in dem fast zweistündigen Plädoyer als „klassische Schutzbehauptung“. Experten-Erkenntnisse würden „ganz eindeutig gegen Selbsttötung“ sprechen. Zudem sei der Angeklagte der Urkundenfälschung und des Verstoßes gegen das Waffengesetz schuldig.

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