Seit Jahren ist der Mord an Maria Bögerl aus Heidenheim ungeklärt. Foto: dpa

Vor vier Jahren wurde die Bankiersgattin Maria Bögerl entführt und ermordet. Bis heute ist der Täter nicht gefasst. Jetzt soll von Donnerstag bis Samstag ein neuer DNA-Massentest vorgenommen werden - diesmal in Giengen an der Brenz.

Vor vier Jahren wurde die Bankiersgattin Maria Bögerl entführt und ermordet. Bis heute ist der Täter nicht gefasst. Jetzt soll von Donnerstag bis Samstag ein neuer DNA-Massentest vorgenommen werden - diesmal in Giengen an der Brenz.

Ulm/Giengen an der Brenz  - Mehr als vier Jahre nach dem grausamen Mord an der Bankiersfrau Maria Bögerl sollen DNA-Proben den Ermittlern die entscheidende Spur bringen. Ein erster Massen-Gentest war bislang nicht erfolgreich. Das soll sich bei einer zweiten Auflage von Donnerstag bis Samstag in Giengen an der Brenz (Kreis Heidenheim) ändern. Die Polizei will nun gezielter vorgehen.

Vor einem halben Jahr war das öffentliche Interesse gewaltig, als im kleinen Städtchen Neresheim (Ostalbkreis) rund 3300 Männer im Alter zwischen 21 und 68 Jahren zur Abgabe einer Speichelprobe gebeten wurden. Die Fahnder machten keinen Hehl daraus, dass sie die Täter in dem 8000-Einwohner Ort vermuteten. Die Ergebnisse waren bislang jedoch allesamt negativ. Zwar haben noch rund 100 Neresheimer Männer keinen Speichel abgegeben. Doch die Polizei verlagert nun den Ort ihrer öffentlichen Fahndung rund 20 Kilometer weiter südlich. In Giengen an der Brenz sind rund 500 Männer im selben Alter im Fokus der Ermittler.

Bestimmte Zielgruppe im Fokus

Während in Neresheim alle 21- bis 68-Jährigen Männer aufgerufen waren, haben die Ermittler in Giengen an der Brenz eine bestimmte Zielgruppe. Die Männer wohnen in lediglich fünf Straßenzügen, wie Horst Baur, Pressesprecher der Ulmer Polizei sagt. Dass die Ermittler inzwischen konkrete Verdachtsmomente haben, will Baur dennoch nicht bestätigen.

Im Mai 2010 wurde die Frau des ehemaligen Heidenheimer Sparkassenchefs, Thomas Bögerl, aus ihrem Haus entführt. Die Täter forderten vom Ehemann per Telefon 300.000 Lösegeld. Doch eine Übergabe scheiterte. Drei Wochen später wurde die zweifache Mutter erstochen in einem Wald entdeckt. Die Ermittler gehen von mehreren Tätern aus.

Verweigerer werden unter die Lupe genommen

Mehr als 10.000 Spuren und Hinweise hat die Soko „Flagge“ in den vergangenen vier Jahren gesammelt. „Bis heute kommen Zeugen zu uns, die Beobachtungen gemacht haben“, sagt Polizeisprecher Baur. Die heiße Spur fehlt nach wie vor. Genau wie insgesamt etwa 600 DNA-Proben. Rund 500 aus Giengen an der Brenz und 100 aus Neresheim.

In beiden Städten wollen Ermittler die Verweigerer genauer unter die Lupe nehmen. Wer zum Tatzeitpunkt kein Alibi vorweisen kann, dem droht der richterliche Zwang, Speichel abzugeben. Bisher, sagt der Polizeisprecher, sei das doch nicht geschehen. Zunächst wollen die Fahnder die Ergebnisse der zweiten Auflage des DNA-Massentests abwarten.

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