Ein Band der Polizei sperrt am 04.10.2011 in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) eine Straße. Ob der Fall Bögerl jemals gelöst wird, wagt niemand zu sagen. Foto: dpa

Ein angeblicher Zeuge im Mordfall Bögerl sorgte über Wochen für Wirbel. Seine Hinweise führten ins Leere. Die Ermittler stecken wieder fest - und wollen auch nach fünf Jahren und mehr als 10 000 Spuren nicht aufgeben.

Ulm/Ellwangen - Die Ermittler im Mordfall Maria Bögerl sind von einem angeblichen Zeugen in die Irre geführt worden, er wird vorerst nicht weiter befragt. „Es ist keine heiße Spur mehr, das kann man eindeutig sagen“, sagte Armin Burger von der Staatsanwaltschaft Ellwangen am Donnerstag. Der Mann hat bisherigen Erkenntnissen zufolge nur geblufft. Er hatte den Ermittler einen 48-Jährigen als möglichen Tatbeteiligten genannt. Die Durchsuchung von dessen Wohnung brachte aber keine Hinweise auf die Tat.

Der Zeuge habe sich den Ermittlern laut Staatsanwaltschaft präsentiert, als wolle er zur Aufklärung des Verbrechens beitragen. Die auf seine Angaben hin veranlassten Ermittlungen dauerten zwar noch an, es bestehe aber derzeit keine Notwendigkeit, den Mann ein drittes Mal zu befragen, sagte Burger.

Die Ermittler haben schon einmal schlechte Erfahrungen mit einem Informanten gemacht. Der damals 40-Jährige hatte die Soko nach einer Folge der TV-Sendung „Aktenzeichen XY“ im Herbst 2012 über sieben Monate lang hinters Licht geführt und Tausende Euro dafür kassiert. Er bekam schließlich zwei Jahre Haft auf Bewährung.

Der Fall Bögerl beschäftigt die Polizei seit fast fünf Jahren. Am 12. Mai 2010 wurde die Frau des früheren Heidenheimer Sparkassenchefs Thomas Bögerl aus ihrem Haus entführt. Die Täter verlangten 300 000 Euro, die Übergabe des Lösegelds scheiterte. Anfang Juni dann hatte ein Spaziergänger die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim gefunden. Bögerl, zweifache Mutter, wurde erstochen. Ein Jahr danach erhängte sich ihr Ehemann im Keller. Zuvor geriet er selbst in Verdacht, in den Fall verwickelt zu sein.

Bisher seien in dem Fall 10 156 Spuren aufgenommen worden, sagte Burger am Donnerstag. Die Ermittler wollen auch nach fast fünf Jahren nicht aufgeben. Sie bearbeiteten weiterhin 30 Sachverhalte, sagte Burger. Das Amtsgericht Ellwangen macht beispielsweise weiter Druck bei den Gen-Tests. Im Auto von Bögerl hatte die Polizei DNA-Spuren entdeckt - mutmaßlich von den Entführern. 23 Männer seien per Beschluss zur Abgabe von Speichelproben aufgefordert worden. Ein Teil werde noch ausgewertet, vier der zwangsweisen DNA-Tests stünden noch aus. „Solange es Ermittlungsansätze gibt, sind wir es den Angehörigen schuldig, den Ansätzen nachzugehen“, sagte Burger.

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