Die entscheidende Spur zum Täter des getöteten Armani fehlt: Foto: dpa

Auf der Suche nach dem Mörder des achtjährigen Armani in Freiburg verteidigen die Ermittler ihre Strategie, zwei Monate nach der Tat noch einmal 3000 Anwohner im und um den Stadtteil Brühl zu befragen. Ein DNA-Massentest ist indes kein Thema.

Freiburg - Auf der Suche nach dem Mörder des achtjährigen Armani in Freiburg verteidigen die Ermittler ihre Strategie, zwei Monate nach der Tat noch einmal 3000 Anwohner im und um den Stadtteil Brühl zu befragen. Zwar sei es richtig, dass das Erinnerungsvermögen über einen so langen Zeitraum nachlasse, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg, Michael Mächtel, unserer Zeitung. Aber: „Wir sind jetzt eine Ebene weiter. Die Befragung basiert auf unseren neuesten Erkenntnissen. Sie wäre zu einem früheren Zeitpunkt so nicht möglichgewesen.“

Dass sich der Verdacht gegen einen der Anwohner richtet, dementierte Polizeisprecher Dirk Klose: „Wir ermitteln nach wie vor in alle Richtungen.“ Es gehe vor allem darum, mit Hilfe der Anwohner bestehende Erkenntnisse zu verdichten oder neue Spuren zu gewinnen. Dabei kommt ein standardisierter Fragebogen mit 30 Fragen zum Einsatz. Der Personalaufwand ist immens, die Beamten befragen die Anrainer persönlich. „Die ersten Befragungen in dieser Gegend waren oberflächlich. Jetzt haben wir einen roten Faden, nach dem wir vorgehen“, sagte Klose. Parallel zur Anwohnerbefragung verfolge die Sonderkommission „Bach“ auch noch andere der insgesamt rund 930 Spuren und Hinweise. Ein DNA-Massentest sei derzeit kein Thema, sagte Klose: „Das ist polizeitaktisch die allerletzte Möglichkeit. Noch haben wir genügend Spuren. Wir müssen jetzt einfach Geduld haben und akribisch vorgehen.“

Der kleine Armani war am Abend des 20. Juli auf einem Spielplatz im Stadtteil Brühl letztmals lebend gesehen worden. Am Morgen danach fand ein Spaziergänger die Leiche des Kindes etwa vier Kilometer entfernt in einem Bach im Stadtteil Betzenhausen. Der Junge ist nach Erkenntnissen der Polizei erwürgt worden. Hinweise auf eine sexuell motivierte oder fremdenfeindliche Tat gibt es nicht. Armanis Familie gehört der Volksgruppe der Sinti an.

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