Die Spezialkräfte der Polizei sichern nach dem Familiendrama die Spuren. Foto: dpa

Vier Monate nach dem Dreifachmord bei einer Einschulungsfeier in Villingendorf hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Der Vater des erschossenen sechsjährigen Buben hatte die Tat offenbar länger vorbereitet.

Rottweil - Der mutmaßliche Dreifachmörder von Villingendorf (Kreis Rottweil), der im September bei einer privaten Einschulungsfeier seinen sechsjährigen Sohn und zwei weitere Menschen erschossen haben soll, hat seine Tatwaffe einen Monate zuvor illegal auf dem Balkan gekauft. Das geht aus der Anklageschrift hervor, die von der Staatsanwaltschaft Rottweil jetzt zur Klageerhebung wegen dreifachen Mordes dem örtlichen Landgericht zugeleitet worden ist.

Mit dem Repetiergewehr gefeuert

„Nach unseren Ermittlungen gehen wir von einer gezielten Fahrt des Mannes im August 2017 nach Kroatien oder Serbien aus“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frank Grundke. Der 40-jährige Beschuldigte ist kroatischer Staatsbürger und hatte dort auch in jungen Jahren seinen Wehrdienst abgeleistet. Ihm wird vorgeworfen, am Abend des 14. September mit einem Repetiergewehr von der Terrasse aus in die neue Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin gefeuert zu haben. Dabei starb der gemeinsame sechsjährige Sohn. Er war erst am Nachmittag in Villingendorf eingeschult worden. Auch der neue Partner seiner Exfreundin wurde tödlich getroffen, dessen Cousine wurde schwer verletzt und starb später im Krankenhaus.

Die 34-jährige Lebensgefährtin konnte sich zu Nachbarn retten. Ob der Mann auch sie töten wollte, ist laut Grundke unklar. Weder bei der Polizei, noch vor dem Haftrichter habe der 40-Jährige bisher Angaben gemacht. Als Motiv nennt die Staatsanwaltschaft Eifersucht. Demnach habe der Beschuldigte die bereits im Februar erfolgte Trennung nicht akzeptiert. Eine vor dem Amtsgericht Tuttlingen geschlossene Vereinbarung, die ein Annäherungsverbot an seine ehemalige Familie enthielt, habe er nicht eingehalten.

Mann irrt tagelang durch die Gegend

Nach dem Mord war der Mann fünf Tage lang untergetaucht. Die Polizei fahndete intensiv und mit einem internationalen Haftbefehl nach ihm. Am 19. September konnte er im Rottweiler Ortsteil Neufra festgenommen werden. Seither sitzt er in Haft. Wann es zum Prozess kommt, ist noch offen. Allerdings rechnet die Staatsanwaltschaft mit einer Terminierung noch in der ersten Jahreshälfte.

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