Blumen am Tatort in der Dieselstraße erinnern an die erstochene 25-jährige Prostituierte Foto: 7aktuell/Eyb

Binnen kurzer Zeit haben sich in der Region Stuttgart bereits vier Täter nach ihrer Bluttat selbst gerichtet – und lassen offene Fragen zurück.

Stuttgart - Eine unheimliche Serie: Die Bluttat vor einem Bordell in Leinfelden-Echterdingen ist bereits das vierte Tötungsdelikt in der Region Stuttgart binnen drei Monaten, bei dem sich die Täter gleich selbst das Leben genommen haben. Für die Kripo hält sich die Ermittlungsarbeit dadurch in Grenzen – doch das ­Motiv wird nie zweifelsfrei geklärt.

Dies zeichnet sich auch nach dem Mord an einer 25-jährigen Prostituierten vor dem Bordell Paradise ab. Das Ermittlungsverfahren wird voraussichtlich eingestellt werden. Es werde auch keine Obduktion geben, sagt Staatsanwaltssprecher Jan Holzner. Der mutmaßliche Täter ist tot, Hinweise auf einen dritten Beteiligten gibt es nicht. Das Motiv ist zwar recht offensichtlich, doch es fehlt eben die letzte Gewissheit.

Wie schon in den drei anderen Fällen zuvor, bei denen Täter und Opfer nur noch tot gefunden werden konnten. Keine Erklärung, kein Abschiedsbrief. Etwa am 14. April in Esslingen. Ein 47-jähriger Jäger erschießt seine 38-jährige Freundin, dann sich selbst. Sie habe sich von ihm trennen wollen, heißt es. Oder am 8. Juni in Stuttgart-Mühlhausen. Ein 46 und 50 Jahre altes Ehepaar liegt erstochen im Badezimmer. Der Mann habe mit der Trennung nicht umgehen können. Heißt es.

„Die allgemeine Lebenserfahrung sagt zwar, dass das Motiv in der Beziehung zwischen Täter und Opfer liegen dürfte“, sagt Holzner. Aber warum es dann bei diesen Konflikten zum Äußersten kommt? Das bleibt das letzte Geheimnis.

Besonders schwierig ist es offenbar bei dem 67-jährigen Sozialhilfeempfänger, der am 11. Juli im Stuttgarter Osten einen 75-jährigen Anwalt erschoss und sich dann selbst richtete. Es gibt Briefe, aus denen ein Streit um viel Geld zwischen den beiden Bekannten hervorgeht. Woraus der Täter seine Geldforderungen ableitet, warum er dafür wie ein Killer ins Haus des Anwalts eindringt – die Akten werden wohl mit diesem Geheimnis geschlossen werden müssen.

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