Vor acht Jahren wurde die Polizistin Michèle Kiesewetter auf der Heilbronner Theresienwiese erschossen. Foto: dpa

Die Mitglieder des NSU-Ausschusses schauen sich Anfang Mai in Heilbronn den Ort an, an dem die Polizistin Michèle Kiesewetter vor acht Jahren erschossen wurde.

Stuttgart - Acht Jahre nach dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter besichtigt der NSU-Untersuchungsausschuss den Tatort auf der Theresienwiese in Heilbronn. Das Landtagsgremium werde sich dort am 4. Mai über die Gegebenheiten informieren, sagte der Ausschussvorsitzende, Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler (SPD), am Dienstag in Stuttgart. „Die Besichtigung der Theresienwiese ist für die Arbeit des Untersuchungsausschusses sehr wichtig. Denn nur durch umfassende Kenntnisse der Verhältnisse vor Ort kann dieser Fall mit der nötigen Sorgfalt behandelt werden“, sagte Drexler.

Am Vor-Ort-Termin sollen die Heilbronner Ermittler unter anderem zeigen, wo das Polizeifahrzeug Kiesewetters gestanden hat und wo genau sich die einzelnen Zeugen aufgehalten haben. Im Anschluss an die Besichtigung der Theresienwiese finde eine öffentliche Ausschusssitzung im Heilbronner Rathaus statt.

Dabei sollen zwei Ermittler, die sich intensiv mit dem Mord an der Polizistin befassten, befragt werden. Mit dem Ortstermin beginne für den Ausschuss die Aufklärung des Falls Kiesewetter, sagte Drexler.

Die rechtsextremen Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) sollen die Polizistin 2007 erschossen haben - zudem werden ihnen neun Morde an Migranten angelastet. Der Landtagsausschuss arbeitet die Bezüge des NSU nach Baden-Württemberg und mögliches Behördenversagen im Südwesten auf.

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