Auch der baden-württembergische Landtags-Untersuchungsausschuss zur rechtsextremen Terrorzelle NSU will sich mit der Aufnahme und dem Schriftzug befassen (Archivbild). Foto: dpa

Bei der Produktion eines Dokumentarfilms über den Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter entdeckt ein Filmemacher ein angebliches NSU-Symbol am Tatort. Die Bundesanwaltschaft prüft die neuen Hinweise.

Karlsruhe/Stuttgart - Die Bundesanwaltschaft geht einem angeblichen NSU-Schriftzug am Ort des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter vor zehn Jahren in Heilbronn nach. Die „Bild“-Zeitung berichtete am Montag, der Schriftzug sei von einem Filmemacher für die ARD-Dokumentation „Tod einer Polizistin - das kurze Leben der Michèle Kiesewetter“ (Montag, 22.45 Uhr) entdeckt worden. Clemens Riha habe die drei Buchstaben beim Sichten von Archivmaterial des SWR identifiziert. Ein Sprecher des Generalbundesanwalts in Karlsruhe sagte am Montag, der Medienbericht sei bekannt: „Wir werden dem noch nachgehen“.

Auch der baden-württembergische Landtags-Untersuchungsausschuss zur rechtsextremen Terrorzelle NSU will sich mit der Aufnahme und dem Schriftzug befassen. Der Vorsitzende des Gremiums, Wolfgang Drexler (SPD), sagte, der Ausschuss werde das prüfen. Bisher haben die Mitglieder ihm zufolge die Aufnahme nicht gekannt. Die aus Thüringen stammende Polizistin soll Opfer der ebenfalls aus Thüringen stammenden NSU-Täter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos geworden sein. Kiesewetter war am 25. April 2007 in Heilbronn erschossen worden.

Nach „Bild“-Informationen finden sich auch in den Akten der Polizei vom Tattag Fotos, auf denen der gesprühte NSU-Schriftzug zu sehen ist. Die Polizei in Heilbronn wie auch das Landeskriminalamt in Stuttgart wollten sich dazu nicht äußern.

  
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